"In diesem Prozess ist noch nicht alles am Tisch"
Landesholding-Anwalt Bernhard Fink sieht den Handlungsbedarf gegen die Vorstände bei der Regierung.

Foto © Bernhard Fink soll Holding vertreten
Wem stehen Sie als Anwalt näher: der Landesholding oder den angeklagten Vorständen, die Sie beauftragt haben?
BERNHARD FINK: Mein Auftrag ist ganz eindeutig: Ich muss schauen, dass ich das Geld für die Holding bekomme.
Beobachter hat irritiert, dass Sie sich Beweisanträgen der Angeklagten angeschlossen haben.
FINK: Wenn es der Findung der materiellen Wahrheit dient, soll man sich solchen Anträgen nicht verschließen. Außerdem glaube ich nicht, dass hier schon alles am Tisch ist. Die Aussagen von Birnbacher und Martinz muss man noch weiter hinterfragen.
Wann werden Sie auch gegen die Holding-Vorstände eine Privatbeteiligten-Klage einbringen?
FINK: Das fällt nicht in meine Zuständigkeit. Laut Gesetz kann nur die Landesregierung gegen die Holding-Vorstände vorgehen.
Glauben Sie, dass die Holding die sechs Millionen Euro Honorar zurückbekommt?
FINK: In erster Linie werden wir uns an Birnbacher schadlos halten, er hat das Geld bekommen. Wenn auch die übrigen Angeklagten verurteilt werden sollten, würde ich im Namen der Holding natürlich auch von ihnen Geld fordern. 2,4 Millionen Euro, die Birnbacher an Steuer bezahlt hat und die eine Million, die die Staatsanwaltschaft gesperrt hat, sollten wir bei einem Schuldspruch relativ leicht bekommen.
INTERVIEW VON THOMAS CIK














