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Zuletzt aktualisiert: 08.08.2012 um 19:14 UhrKommentare

WKÖ: Keine Spannungen innerhalb der Metallindustrie

Die Wirtschaftskammer betont, dass die geplante getrennte Verhandlungsführung bei der Metaller-Lohnrunde im Herbst nicht die Folge von Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Arbeitgeber ist. "Die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass durch den immer schärferen internationalen Wettbewerb die Produktionsbedingungen in den Branchen der Verhandlungsgemeinschaft immer divergenter werden. Die Fachverbände hoffen, durch eigenständige Verhandlungen besser auf diese Bedingungen eingehen zu können", so Bundesspartenobmann Wolfgang Welser am Mittwoch in einer Aussendung. Von einem internen Streit könne "keine Rede sein".

Welser betonte heute, dass die Wirtschaftskammer keinesfalls an der Sozialpartnerschaft rüttelt. "Von einem Bruch der Sozialpartnerschaft, wie es die Gewerkschaft darstellt, kann keine Rede sein. Kein Fachverband hat den bestehenden Kollektivvertrag je in Frage gestellt", so Welser.

Der größte Verband innerhalb der Metallindustrie, die Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI), will heuer eigenständig verhandeln, was die Gewerkschaften massiv ablehnen. Von Gewerkschaftsseite wird darauf verwiesen, dass es sich beim FMMI primär um familiengeführte Unternehmen handelt, während die anderen Fachverbände von großen Aktiengesellschaften geführt werden - und vermutet, dass hier divergierende Interessen aufeinandertreffen.

Der Wifo-Experte Marcus Scheiblecker hat heute die Arbeitgeber davor gewarnt, nur den kurzfristigen Nutzen einer geteilten Verhandlungsführung zu sehen. Derzeit seien aufgrund geringer Arbeitslosenzahlen die Gewerkschaften zwar nicht in einer besonders starken Position, das könnte sich aber ändern wenn die Wirtschaft in einer Flaute gerät und die Zahl der Jobsuchenden steigt. Außerdem könnte die Gewerkschaft die Situation nutzen und zuerst mit den ertragsstarken Branchen verhandeln und durch hohe Lohnabschlüsse hier alle anderen Verbände unter Zugzwang bringen, meinte Scheiblecker im Ö1-Mittagsjournal.

MANFRED NEUPER, HELLFRIED SEMLER

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