Neuer Investor: Schlecker Österreich wird zu "daily"
Nun ist es offiziell: Der in Wien ansässige Investor Fonds TAP 09 kaufte alle 1.350 Schlecker-Filialen in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg. Rund 4.600 der 5.000 Mitarbeiter will der Fonds eine Weiterbeschäftigung anbieten.

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Die angeschlagene Drogeriemarktkette Schlecker Österreich ist überraschend an die österreichische Restrukturierungsgesellschaft TAP 09 verkauft worden. Der Fonds und Schlecker Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz unterschrieben gestern Abend in Linz den Kaufvertrag, teilte die Insolvenzverwaltung am Dienstagvormittag in einer Aussendung mit. TAP 09 übernimmt alle 1.350 Schlecker-Standorte in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg. Die Drogeriemarktkette soll unter dem Namen "daily" zu einer Nahversorgungskette umgebaut werden.
Gespräche "kooperativ"
Rund 4.600 der 5.000 Mitarbeiter will der Fonds eine Weiterbeschäftigung anbieten. In Österreich beschäftigt Schlecker rund 3.000 Mitarbeiter in 900 Filialen. Zu den Investoren, die hinter der Gesellschaft stehen, war vorerst nichts bekannt. Über den Kaufpreis und die Vertragsdetails vereinbarten beide Parteien Stillschweigen, hieß es in der Mitteilung.
"Ich freue mich sehr, dass es für die 4.600 Mitarbeiter und die Filialen eine gute Zukunft geben wird", betonte Geiwitz . "Die Gespräche mit TAP 09 waren sehr kooperativ und von dem Bestreben einer bestmöglichen Lösung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprägt". "Wir freuen uns über den Zuschlag. Wir haben mit diesen Standorten jetzt eine Basis, auf der wir unser neues Konzept sehr schnell umsetzen können", so Rudolf Haberleitner, CEO von TAP 09.
Über Verkauf hocherfreut
Der Insolvenzverwalter von Schlecker-Deutschland, Arndt Geiwitz, zeigt sich hocherfreut über den Verkauf der Österreich-Tochter. "Er freut sich über den Verkauf wie ein kleines Kind", jubelte dessen Sprecher Phillip Kübber zur APA. Details zum Kaufpreis oder zu den Investoren hinter dem österreichischen Private Equity-Fonds TAP 09 wollte auch er nicht nennen.Die Immobilien-Deals der Schlecker-Kinder in Österreich seien hingegen nur ein "Randthema", meinte Kübber. Die deutsche Staatsanwaltschaft werde die Verkäufe überprüfen, weil sie Bestandteil der laufenden Ermittlungen seien.
Lars und Meike Schlecker kauften nach der Insolvenz von Schlecker Deutschland am 29. Februar 2012 laut Medienberichten zwei Grundstücke, und zwar die Schlecker-Logistikcenter in Pöchlarn sowie im steirischen Gröbming. Schon am 17. Jänner sollen sie außerdem die Österreich-Zentrale in Pucking (OÖ) übernommen haben.
Zum überraschenden Verkauf der Schlecker-Österreich an die österreichische Restrukturierungsgesellschaft TAP 09 wollte Kübber keine Details preisgeben. Die Insolvenzverwaltung habe "nicht erst seit einer Woche verhandelt". Ob der 28-Mio.-Euro Warenkredit der Insolvenzverwaltung an Schlecker-Österreich komplett zurückgezahlt wird, konnte er nicht beantworten. "Ich kenne die Vertragsdetails nicht."
Auch für die weiteren Schlecker-Töchter zeichnen sich Übernahmen ab: "Gute News" zum Verkauf von Schlecker-Tschechien werde es in den nächsten Tagen geben, kündigte der Sprecher an. Auch die Investorengespräche zur Spanien-Tochter seien "relativ vielversprechend". Damit wären alle Schlecker-Auslandstöchter an Investoren verkauft worden.














