Preisschub im Körberl
Amerikanische Dürre und europäische Überschwemmungen lassen die Getreidepreise massiv ansteigen. Die Folge wird ein höherer Brotpreis sein. Heimische Bäcker können mit den Preiskämpfen oft nicht mehr mithalten - und sperren zu.

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An den internationalen Rohstoffbörsen spielten die Kurse für Getreide in den letzten Wochen verrückt. Mais verteuerte sich um rund 70 Prozent, Weizen um mehr als ein Drittel. Der Getreidepreis hat den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren erreicht. Als Gründe führen Analysten immer wieder die Dürre in den USA - die schwerste seit 25 Jahren, ein Drittel der Maispflanzen ist verdorrt - und die Folgen von Frost und Trockenheit in Europa an.
Die österreichische Getreideernte (ein erster, vorläufiger Erntebericht bezeichnet sie als "unterdurchschnittlich") ist zwar noch nicht einmal eingefahren, die heimischen Verarbeiter kündigen ob der gestiegenen Einkaufspreise aber schon jetzt eine Erhöhung des Mehlpreises an.
"Eine drastische Preiserhöhung ist noch im August oder September notwendig", erklärt etwa der Kärntner Müller Otto Glanzer. Er rechnet mit einer 15- bis 20-prozentigen Teuerung.
Steigende Preise
Was wiederum die heimischen Bäcker aufhorchen lässt. "Wir beobachten die derzeitige Getreidepreisentwicklung mit Sorge", heißt es von Reinhard Kainz, Innungsgeschäftsführer des Lebensmittelgewerbes. Auch weil Müller Otto Glanzer ausrichtet, dass dem Bäcker ein Kilogramm Mehl im Großeinkauf bald "einen Betrag in Richtung 50 Cent" kosten wird. Aktuell sind es 40 Cent.
Damit müssen auch die Brot- und Semmelkäufer mit steigenden Preisen rechnen. Diese werden aber nicht im gleichen Ausmaß wie der Mehlpreis steigen.
In Deutschland erklärte Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner jüngst, dass Getreide selbst im Schnitt nur rund vier Prozent des Brotpreises ausmache. 66 Prozent machten die Kosten für Weiterverarbeitung, Energie, Handel und Steuern aus, rund 30 Prozent seien Lohnkosten.
Heimische Bäcker sperren zu
Auch in Österreich macht bei den Bäckern etwa das Personal einen wesentlich höheren Kostenanteil aus. Weil aber viele, vor allem kleinere Bäckereien schon seit Jahren ohnehin um das Überleben kämpfen - alleine in der Steiermark müssen pro Jahr fünf bis sechs Betriebe zusperren -, verstärkt jeder zusätzliche Kostenfaktor den Druck auf die Bäcker massiv.














