Schlecker Österreich: 3.000 zittern um ihren Job
In der kommenden Woche dürfte sich das Schicksal von Schlecker Österreich und seinen Mitarbeitern entscheiden: Die bisherige Suche nach Investoren blieb bislang erfolglos, somit droht die Liquidierung des Unternehmens.

Foto © APARund 3.000 Mitarbeiter hat Schlecker in Österreich
Kommende Woche wird voraussichtlich über den Verkauf oder die Abwicklung von Schlecker Österreich entschieden. Die prekäre finanzielle Situation der Drogeriekette soll eine Entscheidung in der nächsten Woche erzwingen, hieß es von mehreren mit der Situation vertrauten Personen zur Austria Presse Agentur. Seit der Insolvenz von Schlecker Deutschland Mitte Jänner und der darauffolgenden Schließung bangen hierzulande 3.000 Mitarbeiter, vorwiegend Frauen, um ihren Job.
Liquidierung droht
Der deutsche Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte sich in den vergangenen zwei Monaten intensiv um Investoren für die Österreich-Tochter bemüht. Bis dato konnte er sich aber mit keinem der Interessenten einigen. Damit rückt die Liquidierung des Unternehmens (u.a Lagerabverkauf) näher, wenn die Insolvenzverwaltung mit der Abwicklung mehr erlösen kann. Freitagnachmittag wollte sich Geiwitz-Sprecher Phillip Kübber zu den laufenden Verkaufsgesprächen vorerst nicht äußern.
Ringen um Investoren
Drei Investoren haben öffentlich Interesse an Teilen von Schlecker Österreich angemeldet: Der Linzer Finanzinvestor Recap um Anton Stumpf will rund 600 der insgesamt 900 Schlecker-Filialen nach einer "geordneten Insolvenz" übernehmen. Das Stumpf-Offert wurde aber von der Insolvenzverwaltung nicht goutiert. "Unser Angebot ist nicht so ausgefallen, wie man dies in den Verhandlungen in Ulm seitens Kanzlei Geiwitz als Wunsch geäußert hätte", hieß es aus dem Unternehmen auf Anfrage. Der Masseverwalter wolle es nicht ablehnen, sondern "zunächst" bessere Optionen prüfen.
Ex-dm-Manager Manfred Laaber sucht weiterhin einen Investor für die Übernahme der Drogeriekette. Er will mindestens 600 Filialen übernehmen und glaubt an die Zukunftsfähigkeit von Schlecker-Österreich, bestätigte er heute erneut. Die MTH-Gruppe (u.a. Libro, Pagro) um den österreichischen Industriellen und Ex-Politiker Josef Taus ist nur an rund 100 Filialen interessiert.
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Fakten
Schlecker hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet. Viele Jahre war Schlecker die Nummer eins der deutschen Drogerieketten. Anton Schlecker eröffnet 1975 die erste Filiale seiner Drogeriemarktkette, zwei Jahre später hatte er bereits 100 Filialen. Gewerkschafter kritisierten später, Mitarbeiter würden schlecht bezahlt und schikaniert. Schlecker sprach von Einzelfällen. Nach einem radikalen und teuren Umbau des Filialnetzes kam 2012 die Insolvenz: 25.000 Mitarbeiter mussten gehen, im Juni schlossen die letzten Filialen.














