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    Zuletzt aktualisiert: 20.07.2012 um 19:48 UhrKommentare

    Libor-Skandal: Schieflage in der Bankenwelt

    Der Skandal um manipulierte Libor-Zinssätze zieht immer weitere Kreise. Die Ermittlungen werden auf weitere Banken ausgeweitet, es drohen Milliardenklagen. Die Eruptionen, die an den Finanzmärkten durch den Skandal zu spüren sind, werden uns noch länger begleiten.

    Foto © APA

    Für den Laien schaut das alles ja auf den ersten Blick nicht übermäßig spektakulär aus. Die Manipulationen im sogenannten Libor-Skandal sollen sich irgendwo im Promille-Bereich abgespielt haben. Ziemlich weit hinter dem Komma also. Wenn man aber bedenkt, dass der betroffene Gesamtmarkt Finanztransaktionen mit einem Volumen von 360 Billionen US-Dollar - das sind 295.445 Milliarden Euro - umfasst, dann zeigt sich, dass auch kleinste Manipulationen eine große Wirkung entfalten können. "Für Außenstehende sieht das alles marginal aus, es geht aber um gigantische Summen", betont Wifo-Finanzmarktexperte Franz Hahn. So seien durch geringe Manipulationen substanzielle Gewinne möglich.

    Seit der Skandal Ende Juni aufgeflogen ist, vergeht kein Tag, an dem nicht neue Details auftauchen. Die Zahl der mutmaßlich involvierten Banken wird immer größer - ermittelt wird mittlerweile gegen 16 Bankhäuser, darunter auch die Deutsche Bank, JPMorgan, die französische Societe Generale und HSBC. Als bisher einziges Geldhaus einigte sich wie berichtet die britische Barclays-Bank mit den Aufsichtsbehörden der USA und Großbritanniens auf eine Geldstrafe von 369 Millionen Euro.

    Aufsicht in der Pflicht

    Hahn verweist darauf, dass im Zusammenhang mit dem Libor schon seit Langem über Manipulationen gemunkelt wurde. "Dass jetzt alles aufbricht, hat vor allem mit Machtkämpfen zwischen Investmentbanken untereinander sowie zwischen Banken und Aufsichtsbehörden zu tun", so Hahn. Gerade die Aufsichtsbehörden könne man hier nicht aus der Pflicht nehmen. Wer wusste davon, von wem wurde dieser systematische Betrug gedeckt? Diese Frage beschäftigt die Finanzwelt und nunmehr auch Ermittler in einer größer werdenden Anzahl von Ländern.

    Der Libor dient als Basis für eine Reihe von Finanztransaktionen - von Hypotheken über Kreditkarten bis hin zu Derivaten und Swaps. "Das kann sehr tief hineingehen, weil sehr viele Finanzprodukte an den Libor gebunden sind", so Hahn. Die Manipulationen würden also nicht nur die Hochfinanz betreffen, "sondern auch den realen Bereich, etwa Unternehmenskredite". Vereinfacht ausgedrückt könnte man sagen, dass der Libor Auswirkungen auf praktisch alle Finanztransaktionen der Welt hat. Es gilt gewissermaßen die Devise: "Wer am Libor dreht, bewegt die gesamte Finanzwelt."

    Das war erst der Anfang

    Die Zahl der Aufsichtsorgane, die sich mittlerweile für ein neues System der Zinsfestlegung starkmachen, wächst. "Es wird sicher über ein System nachgedacht werden müssen, das weniger manipulationsanfällig ist als der Libor. An der Technik, wie der Zinssatz erhoben wird, sollte sich etwas ändern."

    Die Eruptionen, die an den Finanzmärkten durch den Skandal zu spüren sind, werden uns noch länger begleiten, "da könnte noch einiges herauskommen", meint Hahn. Insbesondere sei nun mit einer Welle an Schadenersatzklagen zu rechnen.

    MANFRED NEUPER

    Libor-Lexikon

    Der Zinssatz wird einmal täglich in London ermittelt und basiert auf den Angaben von 16 Banken. Sie geben an, zu welchem Zinssatz sie sich bei anderen Banken refinanzieren, sprich Geld leihen können. Daraus wird ein Durchschnitt errechnet.

    Ähnlich ermittelt die European Banking Federation den Zinssatz für den Euro-Raum, den Euribor.

    Der Libor dient als Basis für Finanztransaktionen im Volumen von mehreren Hundert Billionen US-Dollar - von Hypotheken über Kreditkarten bis hin zu Derivaten.

    Mit falschen Angaben konnten die Banken ihre wahren Refinanzierungskosten verschleiern und Handelsgewinne einstreichen.

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