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Zuletzt aktualisiert: 10.07.2012 um 18:42 UhrKommentare

BDI: Erfolg mit grüner Technologie

BDI aus Grambach baut in Le Havre die größte Biodieselanlage ihrer Art in Frankreich. Nicht Rapsöl kommt zum Einsatz, sondern Abfall, wie Altöle und Tierfette, die nicht für den Verzehr geeignet sind.

Neue BDI-Amlage in Wien-Schwechat

Foto © APANeue BDI-Amlage in Wien-Schwechat

Der steirische Experte auf dem Gebiet der Bioenergie, die BioEnergy International AG (BDI), hat einen wichtigen Auftrag an Land gezogen: Das an der Frankfurter Börse notierte Technologieunternehmen aus Grambach mit 140 Mitarbeitern bekam den Auftrag zum Bau einer Biodieselanlage im Hafen der französischen Stadt Le Havre zugesprochen; das Auftragsvolumen beträgt 16,4 Millionen Euro.

Das Außergewöhnliche an der Anlage wird der Rohstoff sein. Nicht Rapsöl, wie in Frankreich üblich, kommt zum Einsatz, sondern Abfall, wie Altöle und Tierfette, die nicht für den Verzehr geeignet sind. BDI hat die Technologie, bei der eine breite Palette von Rohstoffen für die Biodieselerzeugung verwendet werden kann, patentieren lassen. Sie läuft unter dem Titel Multi-Feedstock. Die Anlage in Le Havre wird die größte dieser Art in Frankreich werden und soll jährlich 75.000 Tonnen Biodiesel produzieren. Der Treibstoff wird über das Tankstellennetz der Supermarktkette Intermarché verkauft werden. Zweiter Auftraggeber ist EcoMotion France, eine Tochter der in der Ernährungsindustrie tätigen Saria-Gruppe mit Sitz im deutschen Selm.

Apropos Innovation: Anfang Juli eröffneten BDI-Vertriebschef Edgar Ahn, OMV-General Gerhard Roiss und Infrastrukturministerin Doris Bures in Schwechat die weltweit erste Anlage, die feste Biomasse (Stroh, Hackschnitzel) direkt in Diesel umwandelt. "Diese Pilotanlage erhöht den biogenen Anteil im Kraftstoff", erklärte Ahn.

Für den Spezialanlagenbauer kommen gute Nachrichten gerade recht. BDI hat nach einem sehr guten Jahr 2011 mit einem um 11,9 Prozent höheren Nettogewinn gegenüber 2010 im ersten Quartal 2012 einen Einbruch erlitten. Der Umsatz sank um 22, das operative Ergebnis sogar um 82 Prozent. Der Vorstand führt das auf die Neuausrichtung hin zu einem Komplettanbieter für grüne Technologie zurück. Beim Biodiesel sehe er noch Potenzial für Neuanlagen, sagte Ahn, "allerdings sehe ich den Fokus klar bei der Technologie, die Abfälle verwerten kann."

HANNES GAISCH

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