"Es ist gerechtfertigt, für das Wasser etwas zu verrechnen"
Für Gastronomen ist das gratis kredenzte Wasser ein Ärgernis, da Servicekosten entstehen und andere Getränke weniger konsumiert werden

Foto © KLZ/ FuchsWasser zum Kaffee ist kostenlos. Wasser ohne Kaffee könnte dagegen teuer werden
"Herr Ober, ein Glas Leitungswasser bitte!" - Diese Bestellung könnte in Österreichs Gastronomie künftig vermehrt mit einer Rechnung für das Leitungswasser enden. Die Gastrosparte der Wirtschaftskammer (WKÖ), wird bis August jedenfalls eine neue Umfrage unter den heimischen Wirten durchführen, wie sie diesem "sensiblen Thema" gegenüberstehen, kündigte Spartenobmann Helmut Hinterleitner am Mittwoch im APA-Gespräch an. Denn das Konsumverhalten habe sich geändert, es werde immer mehr Wasser in Gaststuben konsumiert - ob bloß oder gemischt mit Fruchtsäften.
Zehn Prozent der Wirte verrechnen kleine Beträge für Wasser
An die zehn Prozent der Wirte in Österreich verrechnen laut Medienberichten bereits kleine Beträge für das kühle Nass, das als gesunde Getränkealternative im Trend zu liegen scheint. Für die Gastronomen ist das gratis kredenzte Wasser teils ein Ärgernis, da Servicekosten entstehen und andere Getränke weniger konsumiert würden. Das Thema "kocht immer wieder hoch - vor allem wenn es heiß ist, wie derzeit", so Hinterleitner.
Der Fachmann betonte, "es muss die freie Entscheidung eines jeden Gastronomen bleiben, ob er etwas verrechnet. Derzeit geben wir keine Empfehlung für oder wider ab. Aber das Konsumverhalten hat sich verändert und es wird mehr Wasser nachgefragt."
Es sei gerechtfertigt, "für das Wasser etwas zu verrechnen, wenn der Gast nur Wasser bestellt - also keinen Kaffee oder Wein ordert, zu dem das Glas Wasser dazu geht". Es würde aber nicht das Produkt Wasser verrechnet, sondern die Servicekosten - "wie bei anderen Getränken, die Gemeinkosten vom Strom bis zum Personal - dieser Ansatz ist verständlich", so Hinterleitner. Schließlich verlange der Gast ein schönes Glas, gekühltes Nass, manchmal auch Eiswürfel.
Manche gastronomischen Betriebstypen würden besonders von Wassertrinkern gestürmt: "Vor allem in Ausflugszielen, Wandergebieten und entlang von Radwegen ist der Flüssigkeitsbedarf hoch", erklärte Hinterleitner, der keine Preisempfehlung für ein Glas abgeben wollte und auf die "Kalkulationsentscheidung des Wirtes" verwies.
Einmischungen von Außen - wie kürzlich in Kärnten, wo ein Bürgermeister den Wirten seiner Gemeinde drohte, ihnen eine Rechnung zu schicken, wenn sie für das Wasser kassieren - seien jedenfalls "inakzeptabel". "Dieser Vorstoß ist bar jeder Realität. Wenn diese Diskussion weitergeht, werden wir unsere Mitglieder mit aller Konsequenz verteidigen. Die Gemeinde verrechnet ja auch für das Wasser - für Kanal und Leitung."
Generell darf Wasser im Lokal verrechnet werden - solange dies in der Karte verzeichnet ist, oder das Servicepersonal darauf hinweist. Die Ergebnisse der neuen Umfrage unter den Gastronomen soll laut dem Spartenobmann im August fertiggestellt sein.












