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    Zuletzt aktualisiert: 29.06.2012 um 21:58 UhrKommentare

    Noch heuer Geld aus Liechtenstein

    Eckpunkte des Vertrag mit dem Fürstentum sollen nächste Woche feststehen. Das Steuerabkommen nach dem Modell des Vertrags mit der Schweiz soll noch dieses Jahr unterzeichnet werden.

    Foto © APA

    Herr Tschütscher, als Regierungschef von Liechtenstein verhandeln Sie derzeit ein Abkommen über die Versteuerung von Schwarzgeld mit Österreich. Dieses Jahr wollen Sie fertig sein. Hält der Fahrplan?

    KLAUS TSCHÜTSCHER: Den Fahrplan halte ich nach wie vor für realistisch. Die nächste Verhandlungsrunde findet dazu am 6. Juli statt. Das Thema hat auch Fahrtwind bekommen durch den Abschluss der Verhandlungen zwischen der Schweiz und Österreich.

    Wo liegen die Schwierigkeiten?

    TSCHÜTSCHER: Es muss ein "Abgeltungssteuerabkommen Plus" sein, das auch Stiftungen enthält. Das Abkommen zwischen der Schweiz und Österreich nimmt ja vornehmlich Bezug auf Bankkonten.

    Wie viel Geld könnte Österreich aus so einem Abkommen zufließen?

    TSCHÜTSCHER: Ich wäre ein Spekulant, wenn ich mich dazu äußern würde. Aber es ist sicherlich deutlich weniger als die veranschlagte Milliarde Euro, die aus dem österreichisch-schweizerischen Abkommen lukriert werden soll.

    Ein Zehntel?

    TSCHÜTSCHER: Das wurde so gerechnet, weil der Liechtensteiner Bankenplatz ungefähr zehn Mal kleiner ist als der Schweizer Bankenplatz.

    Im Zusammenhang mit dem Abkommen mit der Schweiz hat man befürchtet, die Gelder könnten vorher woandershin transferiert werden. Merken Sie das in Ihrem Land?

    TSCHÜTSCHER: Aktuell verzeichnen unsere Banken Neugeldzuflüsse, das hat aber sicherlich auch damit zu tun, dass unsere Währung stabil ist und unsere Finanzplätze auch. Außerdem schätzen unsere Kunden, glaube ich, unseren Kurs in Richtung eines transparenten, nachhaltigen Finanzplatzes.

    Man gibt sein Geld lieber einem europäischen Fürstentum als dubiosen Offshore-Destinationen?

    TSCHÜTSCHER: Wenn ein Finanzplatz das Attribut "dubios" hat, dann wird ein seriöser Kunde dort auch nicht zu Hause sein.

    Mit wie vielen Ländern haben Sie schon analoge Abkommen?

    TSCHÜTSCHER: Wir haben Abkommen mit 25 Ländern.

    Sie versuchen, Liechtenstein ein neues Image zu geben?

    TSCHÜTSCHER: Ja. Man muss die neuen Rahmenbedingungen akzeptieren. Das heißt auch Transparenz in einer globalen Umwelt.

    Sie testen also gerade die Schmerzgrenze Ihrer Kunden aus, wie viel Nachteile Sie in Kauf nehmen, ehe sie abwandern?

    TSCHÜTSCHER: Aus einer Außenperspektive könnte man das so bezeichnen. Wir fragen uns, von welchen Interessen ist der Kunde der Zukunft eigentlich getrieben. Meines Erachtens sucht er in einer globalen Welt die Nähe, er sucht die Stabilität, die Vertraulichkeit im Sinne der Vertrautheit mit den Institutionen und mit den handelnden Personen. Das können wir bieten.

    Wie viel Geld von Euro-Flüchtlingen liegt in Liechtenstein?

    TSCHÜTSCHER: Es gibt keine Statistik. In einem freien Europa mit Kapitalverkehrsfreiheit ist es logisch, dass Kapital innerhalb Europas zirkuliert. Das ist auch so gewollt. Die Medaille hat aber auch eine andere Seite. Deshalb helfen wir diesen Ländern durch Abkommen, wie Österreich eines mit der Schweiz abgeschlossen hat.

    Gibt es im Fall Grasser etwas Neues?

    TSCHÜTSCHER: Der Fall hängt jetzt beim Höchstgericht, beim Staatsgerichtshof. Wir hoffen, dass eine rasche Entscheidung gefällt wird, aber darauf können wir keinen Einfluss nehmen.

    INTERVIEW: THOMAS GÖTZ

    Fakten

    Das geplante Schwarzgeld-Steuerabkommen mit Liechtenstein ist für SP-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder komplexer als das Abkommen mit der Schweiz.

    In Liechtenstein gehe es nicht nur um Konten, sondern auch um Stiftungen, erklärte Schieder. Bei den Stiftungen gehe es beispielsweise auch um die Frage der Transparenz. Bei den Stiftungen müsse etwa Liechtenstein nicht zwingend wissen, wem das Geld gehöre. Die Sache sei rechtlich und politisch etwas komplexer.

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