Rebellisches Wachstum bei Frutura
Österreichs größter Obstvermarkter kommt aus der Steiermark. Frutura feiert zehnjähriges Bestehen und beschenkt sich mit starkem Wachstum. Die 200-Millionen-Marke soll beim Umsatz bald geknackt werden.

Foto © Gernot EderEin Großteil der Bananen in Österreichs Handel reift in Hartl bei Kaindorf
Wenn Frutura am Freitag zum 10-Jahres-Jubiläum ins Schloss Pöllau lädt, wird Manfred Hohensinner wieder liebevoll an seinen Pöllauer Dörrofen erinnern. Dort, wo vor 20 Jahren alles begann und Hohensinner mit Dörrbirnen erste Kontakte zum heimischen Handel schloss: "Als Bergbauernbub, der beim Faxgerät vor lauter Nervosität die Rolle falsch eingespannt hat."
Heute sind sowohl Faxgerät als auch Nervosität Geschichte. 2002 gründete Hohensinner gemeinsam mit Franz Städtler und Johann Schwarzenhofer (alle drei sind noch im Führungsteam der Firma) das Unternehmen Frutura. Drei Bauern, die wussten, dass "Bauern vom Handel keine Ahnung haben" (Hohensinner). Deswegen sprangen sie ein, agieren seitdem als Bindeglied zwischen Produzenten und dem Handel. Mittlerweile sind sie Österreichs größter Obst- und Gemüsevermarkter, beschäftigen 150 Mitarbeiter und machen einen Umsatz von 176 Millionen Euro (2009: 43 Millionen). Frutura hat bei Spar den Bio-Bereich federführend entwickelt, zudem reift jede Banane, die in Österreichs Spar-Läden verkauft wird, in Hartl bei Kaindorf.
Falsch wäre es, die Geschichte von Frutura als Selbstläufer, als bloße Erfolgsstory zu erzählen. "Wir hatten immer wieder Existenzängste", erzählt Hohensinner. Einmal war der Standort in Gefahr, dann legten sich die regionalen Bauern gegen den stark wachsenden Konzern quer und einige der meist sehr ausgefallenen Ideen Hohensinners wollten nicht klappen. Angelehnt an Arnold Schwarzenegger züchtete man einen "Arnold-Apfel". Genial? Kaufen wollte Arnie halt kaum jemand.
Heute steht Frutura stark da. Die 200-Millionen-Marke soll beim Umsatz bald geknackt, der "Steiermark Genuss Apfel" in Deutschland etabliert werden.














