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Hypo-Kunden können ruhig schlafen Fekter: "Das Schiff in sichere Gewässer bringen" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Wirtschaft Nächster Artikel Hypo-Kunden können ruhig schlafen Fekter: "Das Schiff in sichere Gewässer bringen"
Zuletzt aktualisiert: 26.06.2012 um 14:32 UhrKommentare

Mehr Privatpleiten, Firmenpleiten stabil

Laut einer Hochrechnung des Kreditschutzverbandes soll es Ende des jahres fünf Prozent mehr Privatpleiten geben als nich 2011. Die Zahl der Firmenpleiten bleibe dagegen nahezu gleich.

Foto © Robert Kneschke - Fotolia.com

Die Hochrechnung des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) weist für das erste Halbjahr 2012 etwas mehr Privatpleiten und eine annähernd gleichbleibende Zahl der Firmenpleiten auf - eine Tendenz, die sich auch im Gesamtjahr fortsetzen wird. Am Ende des Jahres wird es nach Einschätzung des KSV um 5 Prozent mehr private Insolvenzen geben als 2011, während sich die Firmenpleiten auf dem Niveau von 2011 weiterentwickeln werden.

"Einmal mehr zeigt sich, dass die sogenannte Krise primär eine Krise des Finanzsektors ist, und dass sich die Realwirtschaft gut behaupten kann", leiten die Insolvenzexperten daraus am Dienstag in ihrem Bericht zum Halbjahr ab.

In den ersten sechs Monaten wurden hochgerechnet 3.044 Unternehmen insolvent, im Jahr davor waren es 2.996. 1.232 Verfahren (-8 Prozent) wurden mangels Masse nicht eröffnet. Tatsächlich eröffnet wurden 1.812 Fälle, das entspricht einem Zuwachs von 9,4 Prozent. Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV), der seine Insolvenzstatistik für das Halbjahr vergangenen Freitag veröffentlichte, kommt hier zu einem ähnlichen Ergebnis.

Von den Firmenpleiten waren rund 9.700 Beschäftigte betroffen, um fast 8 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2011. Die geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten blieben mit 1,3 Mrd. Euro etwa auf Vorjahresniveau.

Während die Firmeninsolvenzen österreichweit praktisch unverändert waren, zeigen sich in den Bundesländern ganz unterschiedliche Trends. Am kräftigsten stiegen die Firmenpleiten mit rund 39 Prozent (auf 124 Fälle) im Burgenland. Zurückgeführt wird das auf eine Zunahme der Konkurse von Verlassenschaften. In Salzburg hat eine geänderte Praxis des Insolvenzgerichtes, ab welchem vorhandenen Vermögen ein Verfahren eröffnet wird, zu einem Anstieg um fast 28 Prozent auf 212 Fälle geführt. Der größte Rückgang mit minus 14 Prozent auf 179 Fälle wurde in Tirol verzeichnet. Das Wirtschaftsklima in Wien wird als gut beurteilt, die Fälle werden aus Sicht der Insolvenzexperten immer unbedeutender. In Summe gab es in der Bundeshauptstadt um 8 Prozent weniger Firmenpleiten.

Meisten Pleiten in der Bauwirtschaft

Die meisten Pleiten gab es traditionell in der Bauwirtschaft (551 Verfahren, 206 Mio. Euro Passiva) und in den unternehmensbezogenen Dienstleistungen (522 Verfahren und 300,8 Mio. Euro Passiva) sowie im Gastgewerbe (418 Verfahren, 62,5 Mio. Passiva).

Die Zahl der Privatkonkurse stieg im Halbjahr im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 5.016 Verfahren. Die Schulden stiegen um 8 Prozent auf 609 Mio. Euro, sodass die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung bei 122.000 Euro lag. Allerdings betrifft ein Drittel dieser Verfahren Personen, deren Schulden aus früherer Selbstständigkeit resultieren - womit die durchschnittliche Schuldsumme "echter" Privater bei etwa 55.000 Euro liegt.

Die meisten Pleiten privater Personen gab es im Osten Österreichs (Wien, NÖ und Burgenland), wohingegen sie im Westen (Salzburg und Tirol) zurückgegangen sind. Im Gesamtjahr 2012 erwartet der KSV, dass die Zehntausendermarke bei Privatpleiten überschritten wird.


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