Wirte sollen für Wasser kassieren
Österreich ist eines der wenigen Länder, in denen man bedenkenlos Leitungswasser trinken kann. Immer mehr Menschen bestellen daher im Gasthaus Wasser. Wirtschaftskammer rät Wirten nun, etwas zu verrechnen.

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Es stärkt Wohlbefinden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Es ist, wie es heißt, unser wichtigstes Lebensmittel: das Wasser.
Und immer mehr Menschen trinken immer mehr davon. Im Handel steigt der Konsum von Mineralwässern zweistellig. Auch in der Gastronomie heißt es immer öfter: "Herr Ober, für mich ein Glas Wasser!"
Laut Marktbeobachtern sind bereits gut die Hälfte bis zwei Drittel der Bestellungen Leitungswasser oder Fruchtsäfte mit Leitungswasser. Soll, ja darf das kostebare Gut da noch gratis sein? Nein, sagt jetzt die Kärntner Wirtschaftskammer. Guntram Jilka, Geschäftsführer der Sparte Gastronomie, spricht es öffentlich aus: "Wir fordern die Wirte auf, dem Gast etwas zu verrechnen: aber nicht für das Wasser, sondern für den Service."
Wasser ist eine Dienstleistung
Zwar ist es laut Jilka keineswegs der Wareneinsatz, der für die Gastronomen belastend sei. Obwohl ein Kärntner Haubenlokal zuletzt an einem Abend allein 400 Liter Wasser ausschenkte. Hingegen koste das Glas Wasser Strom, Tischtücher und vor allem - Personal. Jilka sieht es so: "Das Wasser ist eine Dienstleistung. Beim Friseur muss man ja fürs Spülen - auch wenn es nur mit Wasser ist - ebenfalls zahlen." 50 Cent bis einen Euro empfiehlt er den Wirten, für das Glas zu verlangen - freilich nur, wenn Wasser das "Allein-Getränk" sei. Ist es das "Bei-Getränk" zu Wein oder Kaffee sollte es weiter gratis bleiben.
Im Schloss Loretto in Klagenfurt wird das Ein-Euro-Wasser bereits praktiziert. Geschätzte zehn Prozent der Kärntner Wirtshäuser kassieren ebenfalls. "Wirte fragen verstärkt bei uns nach", sagt Jilka, der mahnt: "Falls das Wasser verrechnet wird, muss das in der Karte stehen. Oder der Kellner muss darauf aufmerksam machen."














