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Zuletzt aktualisiert: 20.06.2012 um 13:23 UhrKommentare

Ex-BayernLB-Vorstand trotz Geständnis vor Haftstrafe

Dem früheren Risikochef der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, droht trotz eines späten Geständnisses eine lange Haftstrafe.

Gerhard Gribkowsky

Foto © APGerhard Gribkowsky

Das Landgericht München kündigte am Mittwoch an, in dem Verfahren um Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der BayernLB-Beteiligung an der Formel 1 eine Strafe von sieben Jahren und zehn Monaten bis zu neun Jahren verhängen zu werden. Dies gelte, selbst wenn der Angeklagte noch die Vorwürfe einräume. Auf die Frage des Richters Peter Noll, ob die Anklage richtig liege, gab Gribkowsky zu: "Es stimmt im Wesentlichen."

Er war von 2003 bis 2008 im Vorstand von Deutschlands zweitgrößter Landesbank und dort unter anderem für die Formel-1-Beteilung zuständig, die der BayernLB nach der Pleite des Medienkonzerns von Leo Kirch als Sicherheit für einen Milliardenkredit zugefallen war. Der Motorsport-Fan verkaufte das Paket schließlich 2006 an den britischen Investor CVC. Im Zuge des Deals soll er vom langjährigen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Schmiergelder in Millionen-Höhe erhalten haben. Denn CVC als Miteigentümer war Ecclestone genehm. Gribkowsky soll deren Offerte daher in der BayernLB durchgeboxt haben, ohne Alternativen zu prüfen. Dabei soll der Bank ein Schaden von gut 66 Mio. Dollar (52,3 Mio. Euro) entstanden sein. Gribkowsky hatte bisher seit Prozessbeginn im Herbst 2011 geschwiegen, die Vorwürfe aber über seine Anwälte zurückgewiesen.

Jetzt sagte der frühere Top-Banker, er habe sich auf das Ecclestone-Angebot eingelassen, die Beteiligung schnell zu verkaufen und dafür von ihm einen neuen Job als Berater zu bekommen. "Ich mache das. Ich komme zu dir, aber erstmal verkaufen wir", zitierte sich Gribkowsky, der in den Jahren zuvor aus seiner Sicht alle größeren Probleme der BayernLB bis auf die Formel-1-Beteiligung gelöst hatte. Erst später habe er bemerkt, dass er so zwischen die Fronten gerate und mit jeweils einem Bein in beiden Lagern stehe. Zunächst habe er noch gedacht, er könne die Lage im Griff behalten. Es sei aber doch sehr dünnes Eis gewesen. "Das Problem war: Ich kam da nicht mehr raus. Der Deal lief schon."


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