Sein Netzwerk schafft Vertrauen
Veit Sorger machte eine in Österreich fast einmalige Managerkarriere.
GRAZ. Veit Sorger ist als Manager davon geprägt, dass er stets für Familienunternehmer arbeitete, wo Vertrauen eine besondere Rolle spielt. Darunter waren schillernde Personen. So hat eine altösterreichische Aktionärin, nach der heute noch eine Villa am Comer See benannt ist, in Graz die Papierfabrik Arland in die Pleite geführt, doch gelang Sorger unter der Ägide der Salzer-Gruppe immerhin die geordnete Auflösung. Über die Papierhandelsfirma Europapier kam Sorger mit dem Turnauer-Clan (Neusiedler Papier) in Berührung und gelangte zur Zellstofffabrik Frantschach, aus der er zum Wohl der Eigentümerin Harriet Hartmann Österreichs größtes Unternehmen der Branche formte. Dieses wurde schließlich Teil der südafrikanischen Mondi-Gruppe. Dahinter verbirgt sich die Familie Oppenheimer, die mit Bergbau und Diamanten zu sagenhaftem Reichtum gekommen war.
Sein Aufstieg ist in der Industrie ziemlich einzigartig. Daneben gehörte er als ÖIAG-Aufsichtsrat zu jenen, die die einst marode verstaatlichte Industrie durch die Privatisierung in ihre erfolgreiche Gegenwart führte. Seit 2004 prägt er der Industriellenvereinigung als Präsident seinen Stempel auf.
Er habe sich immer gut auf Menschen einstellen können, nennt Sorger selbst eine seiner Stärken. Eine andere dürfte die Fähigkeit des Zuhörens sein, sagen Wegbegleiter. Die Fülle an Aufgaben ist nur durch eine seiner wichtigsten Fähigkeiten zu bewältigen, nämlich durch den Aufbau und die ständige Pflege seines legendäres Netzwerk an Beratern und Freunden. JOHANNES KÜBECK














