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    Zuletzt aktualisiert: 11.05.2012 um 15:56 UhrKommentare

    Verluste in Milliardenhöhe mit riskanten Finanzwetten

    Das bisher als Musterknabe unter den amerikanischen Geldhäusern geltende Institut schockte die Anleger. Die Aktie brach um sieben Prozent ein. Das Desaster sei durch "ungeheuerliche Fehler" selbstverschuldet, so Bankchef Jamie Dimon.

    Jamie Dimon, Chef von JPMorgan

    Foto © APJamie Dimon, Chef von JPMorgan

    Neuer spektakulärer Handelsskandal in der Finanzbranche: Die größte US-Bank JPMorgan hat mit hochriskanten Wetten zwei Milliarden Dollar (1,55 Mrd. Euro) in den Sand gesetzt. Die Verluste könnten am Ende sogar noch höher ausfallen. Das bisher als Musterknabe unter den amerikanischen Geldhäusern geltende Institut schockte mit diesem Eingeständnis die Anleger: Finanztitel sackten am Freitag in Europa ab. Der für seine Kritik an den staatlichen Regulierungsplänen bekannte Bankchef Jamie Dimon gab sich in einer persönlichen Erklärung ungewohnt schmallippig. Das Desaster sei durch "ungeheuerliche Fehler" selbstverschuldet, räumte er in einer eilends anberaumten Telefonkonferenz ein. Der Skandal erschüttert den Ruf der Bank als sicherer Risikomanager, die als eines der wenigen Institute ohne Verluste durch die globale Finanzkrise kam.

    Pikanterweise häuften sich die Verluste ausgerechnet in Absicherungsgeschäften an, die eigentlich dazu dienen sollen, Einbußen im Handel zu begrenzen. Der Geschäftsbereich "Chief Investment Office" kann dabei selbst Gewinne oder Verluste einfahren - je nachdem, ob die Wetten im Derivatehandel aufgehen oder nicht. Dimon sagte am Donnerstagabend, dass der Verlust in Zusammenhang mit Geschäften aufgetreten sei, über die das "Wall Street Journal" im April berichtet hatte. Demnach soll der Londoner Händler Bruno Iksil mit dem Spitznamen "der Londoner Wal" eine ungewöhnlich große Handelsposition angehäuft haben, gegen die Hedgefonds Wetten abgeschlossen haben. Wenn auch anders gelagert, weckt der Fall Erinnerungen an spektakuläre Handelsskandale der vergangenen Jahre, etwa bei der Schweizer UBS oder der französischen Societe Generale.

    Der JPMorgan-Chef befürchtet, dass das Desaster noch für eine Weile Spuren in der Bilanz hinterlassen wird. "Es ist riskant, und es wird sich noch länger auswirken", sagte er. Die Sparte Corporate und Private Equity werde im zweiten Quartal nun wohl einen Verlust von 800 Millionen Dollar ausweisen statt des angepeilten Gewinns von rund 200 Millionen Dollar. Andere Geschäfte hätten das Minus etwas begrenzt. Die Fehler seien aber umso peinlicher, da sich das Management stets gegen eine strengere Regulierung der Banken im Rahmen der sogenannten Volcker-Regel ausgesprochen habe, räumte Dimon ein. "Das lässt uns ziemlich dumm aussehen." Diese nach dem ehemaligen US-Notenbankchef Paul Volcker benannte Regel verbietet Banken künftig den Handel auf eigene Rechnung.

    Viele Geldhäuser, wie etwa die Deutsche Bank haben bereits vor Jahren kurz nach der Finanzkrise den Eigenhandel drastisch heruntergefahren, nachdem sich dort Milliardenverluste angehäuft hatten. Das gilt auch für die Münchener HVB. "Wir wollen nicht spekulativ unterwegs sein", sagte der Chef der Unicredit -Tochter, Theodor Weimer, am Freitag. Er rechnet damit, dass der Fall den Befürwortern einer schärferen Bankenregulierung Öl ins Feuer gießt. "Das tut der Bankenszene weh", betonte Weimer, der selbst aus dem Investmentbanking kommt. "Der Ruf ist ohnehin lädiert, aber das macht es noch schwieriger."

    Branchenexperten sehen zudem Dimons Image als Star der US-Finanzbranche angekratzt. "Jamie hat sich immer als einer der Könige der Wall Street gegeben", sagte die langjährige Bankenanalystin Nancy Bush vom Finanznachrichtendienst SNL. "Ich weiß nicht, wie es so schnell so schlecht laufen konnte mit seinem Wissen und seiner Abneigung gegen Risiken." JPMorgan-Aktien rutschten nachbörslich sieben Prozent ab und zog auch andere US-Bankentitel mit in den Keller. In Frankfurt verloren die Aktien der Deutschen Bank mehr als 1,5 Prozent. Der europäische Bankenindex fiel um knapp ein Prozent.

    Dimon kündigte an, dass die Bank alle notwendigen Korrekturen vornehmen werde, um solche Vorfälle künftig zu verhindern. Auch personelle Konsequenzen seien bei der Aufarbeitung der fehlgeschlagenen Wetten nicht ausgeschlossen. Er halte allerdings an seiner Kritik an den Regulierungsplänen der Regierung fest. Das Problem seiner Bank sei es gewesen, dass die Absicherungsstrategie ineffektiv und schlecht überwacht worden sei.

    Quelle: APA

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