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Zuletzt aktualisiert: 30.03.2012 um 20:37 UhrKommentare

Betriebsrat setzt die AUA massiv unter Druck

Zankapfel Kollektivvertrag. Betriebsrat warnt vor Massenaustritt der Piloten, die AUA lenkt mit Fristverlängerung ein.

Foto © APA

Also, Grund für den AUA-Betriebsrat Bord gebe es keinen, auf den Tisch zu hauen. Für die Verhandlung eines neuen Kollektivvertrags setzt die AUA kein Zeitlimit mehr, die Lufthansa als Muttergesellschaft steht zur Entscheidung. Sagt jedenfalls AUA-Sprecher Michael Braun.

Nun, am Freitag gingen die Wogen noch hoch. Am 5. April soll der AUA-Aufsichtsrat die Entscheidung zur Überleitung der Piloten-Kollektivverträge der AUA in die weitaus billigeren der AUA-Tochter Tyrolean fällen. Für den Chef des Betriebsrates Bord (Piloten, Flugpersonal), Karl Minhard, ein indiskutables Vorgehen. Minhard warnte am Freitag vor einem Massenaustritt von AUA-Piloten: "Dann steht die AUA am Boden, das ist fast wie ein Konkurs." Die AUA nimmt die Drohung wahr, sieht aber keinen Grund dafür. Ja, erklärt AUA-Sprecher Braun, es seien Termine mit Ende März und 5. April genannt worden, aber da sei nichts endgültig. Es werde wohl noch eine Reihe weiterer Gespräche brauchen, bis man sich einer Einigung nähere. Und: "Wir haben einen Pilotenüberhang, es gibt viele freie in Europa. Wir sehen uns gewappnet." Das heißt übersetzt: Piloten europäischer Airlines suchen Jobs, ob austretende AUA-Piloten schnell ein neues Cockpit finden, ist offen.

45 Millionen Euro

Das Sparpaket für die AUA sieht heuer Einsparungen von 200 Millionen Euro vor. 45 Millionen davon müssen "nachhaltig" sein, sagt Braun, aus dem Personalsektor kommen, "und eben nicht als Einmaleffekt". Die AUA müsse sich auf eine "Vorwärtsperspektive" ausrichten, zumindest für 2013 die Basis für einen positiven Jahresabschluss legen.

Minhard kontert. Der Kurs des Vorstands sei "untauglich und führt zu einem Bauchfleck". Grundsätzlich würde ein Abgang von 200 bis 300 Piloten (die Bestverdiener unter den Piloten) die AUA in der Substanz gefährden. Der Bord-Betriebsrat hat ein 47- Millionen-Euro-Paket vorgeschlagen. 33 Millionen davon sind einmalige Effekte, 14 Millionen würde die Gesellschaft jährlich sparen. Das seien zehn Prozent der aktuellen Kosten des fliegenden Personals. Aber die AUA fordert 45 Millionen dauerhaft, ohne Garantie, dass sich die Summe nicht künftig ändert. Minhard kann sich nicht vorstellen, dass sich die Belegschaft, die das sechste Sparpaket mittrage, erpressen lasse. Als Lösung in letzter Minute hält Minhard einen Kollektivvertrag für AUA und Tyrolean für möglich. Braun sagt dazu: "Welchen Namen das Kind trägt, ist nicht wichtig. Wichtig sind die 45 Millionen."

CLAUDIA HAASE, HELLFRIED SEMLER

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