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Zuletzt aktualisiert: 25.03.2012 um 21:21 UhrKommentare

Sanierer-Team für die ÖVAG

Adolf Winkler in seiner Kolumne "Chefetage" über Stephan Koren, der als neuer ÖVAG-Chef erwartet wird. Gottfried Wulz, im Gespräch als weiterer Vorstand, winkt ab.

Stephan Koren (links), Ex-Bawag-Vorstand, gilt als Fekters Favorit. Gottfried Wulz (rechts), Vorstand der Volksbank Kärnten

Foto © AP/Punz, KKStephan Koren (links), Ex-Bawag-Vorstand, gilt als Fekters Favorit. Gottfried Wulz (rechts), Vorstand der Volksbank Kärnten

1,35 Milliarden Euro soll der Jahresverlust 2011 der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) betragen. Das frisst nicht nur 700 Millionen der bereits 2009 verabreichten Milliardenspritze des Staates auf, sondern erfordert außerdem 480 Millionen Euro Kapitalerhöhung - 250 Millionen Euro vom Bund und 230 Millionen von den selbstständigen Volksbanken.

Doch mit Geld allein ist die ÖVAG nicht zu sanieren. Es braucht auch eine neue Bankspitze. Die Ablöse von Aufsichtsratschef Hans Hofinger auf einer vorgezogenen Hauptversammlung am 26. April gilt als fix, als Nachfolger wird der Wirtschaftsrechtler Waldemar Jud gehandelt. Bereits vorher sollte der neue ÖVAG-Vorstand feststehen. Im April läuft der Vertrag des glücklosen Vorstandschefs Gerald Wenzel aus, der Franz Pinkl gefolgt war.

Finanzministerin Maria Fekter hat Wenzel das Vertrauen abgesprochen. Im Hinblick auf die Vergangenheit sei bei ihr "das Vertrauen in Teile des Vorstandes auf null gesunken". Der Staat, der als ÖVAG-Retter mit vermutlich 43 Prozent an der ÖVAG beteiligt sein wird (die er nach EU-Vorgabe bis 2017 verkaufen muss), redet bei der Chefbestellung ein gewichtiges Wort mit. Genauer die FimBAG, die für den Staat die Bankenhilfe abwickelt und die Bundesanteile bei der ÖVAG vertritt. Der Aufsichtsratschef der FimBAG, Stephan Koren, gilt als Fekters Favorit für die Nachfolge Wenzels. Berichten zufolge sei seine Bestellung zum neuen ÖVAG-Vorstandschef politisch akkordiert. Koren, Sohn des gleichnamigen einstigen ÖVP-Finanzministers, hat Sanierungserfahrung als ehemaliger Vorstand der erneuerten Bawag.

Die Volksbanken, die gemeinsam 51 Prozent der ÖVAG behalten, werden sich auch gut vertreten sehen wollen. Rainer Borns vom Genossenschaftsverband wird als Vorstand gehandelt. Ins Gespräch gebracht als weiterer Vorstandskandidat, wurde auch der Chef der Volksbank Kärnten, Gottfried Wulz. "Wien ist kein Thema", winkt er aber ab.

Dabei hatte sich Wulz im Marketing- und Risiko-Ausschuss der ÖVAG auf Bundesebene einen guten Ruf erarbeitet. Seit einigen Monaten leitet er dort außerdem den Arbeitskreis für Liquidität. Für einen Führungswechsel bei der ÖVAG hatten die Kärntner und steirischen Volksbankenvertreter schon vor einem halben Jahr plädiert.

ADOLF WINKLER

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