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Zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 um 09:54 UhrKommentare

Griechenland reißt Uniqa in Verlustzone

Die Krise in Griechenland macht der Uniqa zu schaffen. Der Konzern musste 2011 erneut die Werte der griechischen Staatsanleihen berichtigen. Dadurch fiel das EGT auf rund minus 330 Millionen Euro.

Foto © APA

Weitere Wertberichtigungen auf griechische Staatspapiere und die Einmalkosten für die Neuausrichtung des Konzerns haben die UNIQA-Gruppe 2011 stärker belastet als bisher bekannt. Nach vorläufigen Daten wurde das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) auf rund minus 330 Millionen Euro gedrückt (nach positiven 153 Mio. Euro 2010), im Herbst ging man noch von 250 bis 300 Mio. Euro Minus aus. Allein die Abwertung der Athener Staatsbonds kostete netto 346 Mio. Euro, teilte die UNIQA am Freitag ad-hoc mit.

Die einmaligen Sondereffekte - 190 Millionen Euro für den Konzernumbau, wie im September angekündigt - würden die UNIQA in Zukunft entlasten, betonte CEO Andreas Brandstetter: "Wir haben ein robustes operatives Kerngeschäft." Die laufenden verrechneten Prämieneinnahmen (samt Sparanteilen aus Fonds- und Indexpolizzen) stiegen 2011 konzernweit um 4,4 Prozent auf 5,367 Milliarden Euro, die gesamten verrechneten Prämien sanken wegen eines Rückgangs der Einmalerläge in Leben (v.a. in Österreich, Italien, Polen) um 4,1 Prozent auf 5,970 Mrd. Euro.

Die Schadenquote in Schaden/Unfall konnte auf 65,3 (68,4) Prozent verbessert werden, die Kostenquote stieg aber wegen der einmaligen Belastungen überproportional auf 26,7 (21,9) Prozent.

Der Kursverfall griechischer Staatsanleihen hat den österreichischen UNIQA-Versicherungskonzern im Vorjahr massiver getroffen als erwartet. Nach weiteren Abwertungen auf Marktwerte im 4. Quartal belasteten allein die Hellas-Bonds im Gesamtjahr mit 346 Mio. Euro. Samt den 190 Mio. Euro an einmaligen Sonderkosten für die Neuausrichtung des Konzerns wurde das EGT nach vorläufigen Angaben auf rund 330 Mio. Euro ins Minus gedrückt, im Herbst ging die UNIQA noch von 250 bis 300 Mio. Euro EGT-Verlust aus. Künftig werde die UNIQA durch die Einmaleffekte aber entlastet, das operative Kerngeschäft sei robust, betonte CEO Andreas Brandstetter am Freitag.

Mit Jahresende wurden die Hellas-Bonds auf rund 22 Prozent ihres Nominale abgewertet, erläuterte CFO Hannes Bogner der APA. Brutto betrug die Belastung 366 Mio., wovon 346 Mio. ins Ergebnis gingen. Bis Ende September waren erst Impairments bis auf 35 Prozent vorgenommen worden, bis dahin hatte die Nettobelastung durch die griechischen Anleihen 300 Mio. Euro ausgemacht. Bei anderen Bonds aus PIIGS-Staaten wurde den Marktwerten über die dafür vorgesehene Neubewertungsrücklage Rechnung getragen, ohne Ergebnisauswirkung, so Bogner. Zahlen zu den Kapitalanlagen und -erträgen 2011 stehen noch aus. Der komplette Geschäftsbericht soll Ende April vorliegen.

Außerdem zu verdauen hatte die UNIQA 2011 die 190 Mio. Euro Einmal-Sonderaufwand für den Konzernumbau - wovon allein 80 Mio. Euro auf den angekündigten Personalabbau in der Verwaltung in Wien und quer durch Europa entfallen. Mit dem Ziel, bis Ende Juni d. J. 200 Jobs in der Zentrale abzubauen - das ist jeder vierte im Headquarter in Wien -, liege man im Plan, sagte Brandstetter zur APA. Das wolle man mit einvernehmlichen Lösungen erzielen, so seien auch im vergangenen Jahrzehnt bereits insgesamt 700 Stellen abgebaut worden. In der übrigen Gruppe sollen wie bekannt weitere 400 Verwaltungs-Jobs bis zum Jahr 2014 gestrichen werden. Der Abbau von insgesamt 600 Stellen entspricht 7 Prozent der Innendienst-Jobs in Europa.

Mit dem Hineinpacken aller Sonderbelastungen in die Bilanz 2011 "haben wir uns für die Zukunft fit gemacht", sagt CEO Brandstetter. Im Vorjahr habe die UNIQA trotz "hoher Wellen das Schiff operativ auf Kurs gehalten". Dank des Ausbleibens von Großschäden habe man die Schadenquote in Schaden/Unfall auf 65,3 (68,4) Prozent verbessern können; die Kostenquote stieg aber wegen der einmaligen Belastungen überproportional auf 26,7 (21,9) Prozent an.

Die laufenden verrechneten Prämieneinnahmen (samt Sparanteilen aus Fonds- und Indexpolizzen) stiegen 2011 konzernweit um 4,4 Prozent auf 5,367 Mrd. Euro, die gesamten verrechneten Prämien sanken wegen eines Rückgangs der Einmalerläge in Leben (vor allem in Österreich, Italien und Polen) um 4,1 Prozent auf 5,970 Mrd. Euro.


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