Keine Jobs: Frauen fliehen aus Kärnten
DieFrauenarbeitslosigkeit in Kärnten steigt. Fünf Frauen pro Tag wandern ab. AK-Präsident Günther Goach sieht Handlungsbedarf bei Kinderbetreuung und Ausbildung.

Foto © EggenbergerAK-Präsident Goach: "Müssen gegensteuern"
Die Zahl der arbeitslosen Frauen schnellt in Kärnten in die Höhe. Im Jänner waren 10.022 auf Jobsuche - um 7,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit liegt Kärnten österreichweit in einem traurigen Spitzenfeld. Auch bei Einkommen und Chancengleichheit ist Kärnten Schlusslicht. Eine Konsequenz laut Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach: "Junge, gut ausgebildete Frauen wandern ab." Dem Kärntner Frauenbericht zufolge waren es 2010 vier pro Tag. Mittlerweile sind es, so Frauenreferentin Beate Prettner, bereits fünf pro Tag.
Goach sieht ein großes Problem im Fehlen von leistbaren Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren. "Wir haben hier einen Abdeckungsgrad von nur 13 Prozent. Bundesweit sind es 18 Prozent. Das heißt, wir sind im untersten Drittel. Die Vorgabe der EU liegt sogar bei 35 Prozent", so Goach. Auch wenn es um Qualifizierungsmaßnahmen in Betrieben gehe, seien Frauen deutlich benachteiligt. Es seien zu zwei Drittel Männer, die sich weiterbilden dürfen. Hier seien auch die Betriebe gefordert. Und wenn ältere Dienstnehmer gekündigt werden, treffe es ebenfalls insbesondere Frauen. Goach: "Mit 40 oder 45 haben sie ohne Unterstützung durch das Arbeitsmarktservice wenig Chancen, wieder am Arbeitsmarkt unterzukommen."
Die Krux ist aber laut Industriellenvereinigung meist schon die Berufswahl. Mädchen drängen nach wie vor überwiegend in klassische Dienstleistungsberufe. Der Anteil der Frauen, die sich für eine technische Ausbildung entscheiden, sei verschwindend gering. Während die Arbeitslosigkeit in Kärnten im Tourismus um 11,4 Prozent und im Handel um 7,2 Prozent gestiegen ist, ist sie bei den Technikern um 14 Prozent zurückgegangen. "Qualifikation ist das Um und Auf", sagt AK-Präsident Goach.
Angesichts der hohen Arbeitslosenquote im Tourismus stellt sich aber auch die Frage, ob die Arbeitnehmer zu unflexibel sind. "Der Frauenanteil ist im Tourismus sehr hoch. Und gerade für die Frauen ist es aus familiären Gründen häufig sehr schwierig, den Standort zu wechseln", sagt Helmut Hinterleitner, Spartenobmann Tourismus in Kärnten.















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