Holzcluster-Geschäftsführer: "Wir haben das abgestellt"
Durchleuchtet hat der Landesrechnungshof den Holzcluster Steiermark - mehrheitlich im Eigentum von ProHolz, das Land ist indirekt beteiligt. Holzcluster-Geschäftsführer Reitbauer zur Kritik des RH.

Foto © AP | SujetSauer stößt den Prüfern des RH auf, dass der Geschäftsführer des Clusters auch ProHolz und das Holzinnovationszentrum leitete
Sie sind Geschäftsführer des Holzclusters, des Verbandes ProHolz, des Holzinnovationszentrums und der Fachgruppe Holzindustrie. Kann man das transparent nennen und wem nützen diese Vielfachfunktionen?
JOACHIM REITBAUER: Dieses Prinzip, alles in einer Hand zu haben, ist immer mit der Zustimmung der Gremien und Funktionäre abgestimmt worden und es wurde von diesen aus so gewollt, weil es viele Abläufe vereinfacht.
Haben Sie bei den Funktionen auch mehrere Einkommen?
REITBAUER: Ich habe ein einziges Gehalt, das wird vom Holzcluster bezahlt. Alle Leistungen, die ich für die unterschiedlichen Organisationen erbringe, werden ganz genau aufgezeichnet und entsprechend abgerechnet.
Aber gerade die Qualität der Aufzeichnungen und das interne Kontrollsystem des Holzclusters kritisiert der Landesrechnungshof.
REITBAUER: Ein Teil der Kritik stimmt, das muss man ganz offen sagen. Aber wir haben bei der Rechnungsanweisung ein Vieraugenprinzip, damit da nichts passieren kann. In anderen Fällen war das nicht so, aber das haben wir abgestellt.
Aber das heißt auch, dass ohne die Kritik des Rechnungshofes noch alles beim Alten wäre, oder? REITBAUER: Es ist so: Grundsätzlich sind die ganzen Abwicklungen und Projekte, auch wenn sie zwischen den Organisationen angesiedelt waren, budgetiert und in den Gremien bestätigt worden. Was es noch nicht gegeben hat, war das Vieraugenprinzip auf allen Ebenen.
Der Rechnungshof hat den Eindruck eines großzügigen Umgangs mit Sozialleistungen. Geht es den Angestellten so gut?
REITBAUER: Man muss das in einem Zusammenhang sehen. Wir unterliegen keinem Kollektivvertrag, das heißt, wir haben keine Biennalsprünge und wir haben Gehaltsrunden, die im Normalfall weniger bringen als die Inflationsrate. Insgesamt liegt unser Gehaltsniveau deutlich unter vergleichbaren Branchen. Deshalb haben wir höhere Sozialleistungen vereinbart und die sind immer durch Beiträge aus der Wirtschaft abgedeckt worden. Da fließen also in keiner Form irgendwelche Steuergelder.
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Löchrige Kontrolle im Holzcluster
Durchleuchtet hat der Landesrechnungshof (RH) den Holzcluster Steiermark - mehrheitlich im Eigentum von ProHolz, das Land ist indirekt beteiligt. Zwischen 2006 und 2010 flossen rund zwei Millionen Euro an Landesförderungen.
Kritik an Analyse. Laut Prüfbericht gab es aber seit Jahren keinerlei Analyse der Wirkung der Gesellschaft auf die Holzwirtschaft. Das Wirtschaftsressort kontert, es hätte sehr wohl Stärkefeldmessungen gegeben.
Mehrfachfunktionen. Sauer stößt den Prüfern auf, dass der Geschäftsführer des Clusters auch ProHolz und das Holzinnovationszentrum leitete. Für die Kontrolle nicht eben förderlich.
Spendabel. Zudem bemängelte der RH, dass der Holzcluster den Mitarbeitern Sozialleistungen über dem üblichen Maß gewährte. Auch bei Dienstreisen war man spendabel.
Obendrein engagierte man häufig dieselben Berater. Teuer und wenig erfolgreich war eine neue Software.















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