Experten: düstere Aussichten für Schlecker
Für die Zukunft von Schlecker Österreich zeigen sich Experten "sehr skeptisch". Auch das Schweigen der Geschäftsführung sei "nicht positiv zu interpretieren". Die Familie Schlecker betonte, dass das komplette Vermögen der Familie aufgezehrt sei.

Foto © AP"Es ist nichts mehr da", hieß es bei einer Pressekonferenz von Seiten der Schlecker-Familie
Experten sehen die Zukunft der Österreich-Tochter der insolventen deutschen Drogeriekette Schlecker "sehr skeptisch". Schlecker-Österreich befinde sich nicht in einem Insolvenzverfahren, aber dass sie nicht betroffen seien, könne man nicht sagen, so ein Brancheninsider zur APA. Seit 10 Tagen gebe es von der Schlecker-Geschäftsführung in Österreich keine Informationen zur Situation hierzulande. "Das Schweigen ist nicht positiv zu interpretieren", hieß es zur APA.
Schlecker-Finanzchef Sami Sagur hatte am Montag bei einer Pressekonferenz in der Konzernzentrale in Ehingen bei Ulm betont, dass um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen, auch das Auslandsgeschäft des Familienunternehmens zur Disposition stünde. Die Auslandstöchter, darunter Schlecker Österreich, haben bisher noch keine Insolvenz angemeldet. In Österreich hat die Drogeriekette 970 Filialen mit 3.000 Mitarbeitern. Vergangene Woche hatte bereits die drittgrößte deutsche Drogeriekette Rossmann kein Interesse an Schlecker Filialen in Österreich gezeigt.
"Nie und nimmer" Schwarze Zahlen
2010 erwirtschaftete die Drogeriekette in Österreich einen Jahresüberschuss von 8,7 Mio. Euro. Das Eigenkapital betrug 168 Mio. Euro. Die Forderungen von Schlecker-Österreich gegenüber verbunden Unternehmen beliefen sich aber auf 167 Mio. Euro. Es sei aus dem Jahresabschluss nicht ersichtlich gegenüber wem diese Forderungen bestehen, vielleicht gegenüber Schlecker-International. In einer Insolvenz könnte diese Position "zügig gegen Null schwinden", so ein Branchenexperte. Diesem standen Verbindlichkeiten in Höhe von 70 Mio. Euro gegenüber. Die Bilanzsumme betrug 2010 rund 260 Mio. Euro. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor.
Wenn Schlecker-Österreich die IT-Kosten und die Kosten für den Einkauf, die derzeit von Schlecker Deutschland getragen werden, selber verbuchen müsste, könne das Unternehmen "nie und nimmer" schwarze Zahlen schreiben, so ein anderer Brancheninsider, der ungenannt bleiben möchte. Der Umsatz von Schlecker werde sich "unauffällig" auf die Mitbewerber dm und BIPA sowie den Lebensmittelhandel verteilen. Die Lebensmittelketten seien "in weiten Bereichen der stärkere Konkurrent für Schlecker gewesen als dm und BIPA".















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