Arbeiterkammer will "die Reichen" zur Kasse bitten
Die "ungerechte Verteilung" von Geld und Immobilien durch AK-Studie belegt. AK-Präsident richtet Forderung nach "vermögensbezogenen Steuern" an die Bundespolitik. Das Ziel: Grund-, Erbschafts- und Schenkungssteuer.

Foto © Scheriau | ArchivGegen höhere Massensteuern: Rotschädl
Die ungerechte Verteilung der unterschiedlichen Vermögensteile in Österreich ist Walter Rotschädl, dem Präsidenten der steirischen Arbeiterkammer, ein Dorn im Auge: "Faktum ist, dass die reichsten zehn Prozent der österreichischen Haushalte rund 54 Prozent des gesamten Geldvermögens halten, die unteren 50 Prozent aber nur über acht Prozent verfügen." Das geht aus einer umfangreichen Studie im Auftrag der Arbeiterkammer hervor.
Immobilienvermögen
Noch extremer ist die ungleiche Verteilung im Bereich des Immobilienvermögens, hier halten die reichsten zehn Prozent der Haushalte 61 Prozent des Gesamtvolumens, weiß Rotschädl zu berichten. Grund genug für den AK-Präsidenten, an die Bundespolitik die Forderung nach "vermögensbezogenen Steuern" zu richten: "Über die steigende Staatsverschuldung haben wir die Kosten der weltweiten Finanzkrise von 2008/09 getragen." Der Abbau dieser enormen Verschuldung müsse "auch einnahmenseitig" erfolgen, so Rotschädl.
Wobei die Erhöhung von Massensteuern wie der Mehrwertsteuer oder der Mineralölsteuer für die sozialdemokratische Fraktion "tabu ist", vermögensbezogene Steuern hingegen nicht. Genannt wurden eine erhöhte Grundsteuer (Verkehrswert statt Einheitswert, Erhöhungen aber erst ab 500.000 Euro), eine neue Erbschafts- und Schenkungssteuer (ab 200.000 Euro) sowie eine Finanztransaktionssteuer und "die Abschaffung der Steuerprivilegien für nicht gemeinnützige Stiftungen", erläuterte der Studienautor Bernhard Koller.














