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Zuletzt aktualisiert: 12.12.2011 um 16:08 UhrKommentare

230 Millionen: Land muss Hypo Tirol Bank unter die Arme greifen

Die Bank muss im laufenden Geschäftsjahr nach Kreditausfällen im Italien-Geschäft einen Wertberichtigungsbedarf von 120 Millionen Euro vornehmen. Für Landeshauptmann Platter ist die Geldspritze ein "eindeutiges Signal" an die Kunden.

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter

Foto © APADer Tiroler Landeshauptmann Günther Platter

Das Land muss der Hypo Tirol Bank zum zweiten Mal unter die Arme greifen. Insgesamt bekommt die Bank 230 Mio. Euro, erklärte Landeshauptmann Günther Platter (V) am Montag vor Journalisten nach einem Hypo-Gipfel im Landhaus. Damit soll die Kernkapitalquote auf über 9 Prozent angehoben werden. Finanziert werden soll die Kapitalspritze durch einen Vorgriff auf die Dividendenzahlungen des landeseigenen Energieversorgers Tiwag bis zum Jahr 2017.

Finanzspritze wird am Dienstag beschlossen

Die Tiwag werde im kommenden Jahr 230 Mio. Euro an die Anteilsverwaltung der Hypo Bank überweisen, erläuterte Platter. Diese Summe setze sich aus den Ausschüttungen der Tiwag bis zum Jahr 2017 zusammen. 50 Mio. Euro werden laut Platter für das Jahr 2011 anfallen, jeweils 30 Mio. in den Folgejahren. Beschlossen werden soll die Finanzspritze in der am Dienstag stattfindenden Regierungssitzung. Geht es nach Platter, soll die Kapitalaufstockung im kommenden Budgetlandtag am Mittwoch in einer "dringlichen Vorlage" behandelt werden.

Die Hypo Bank habe der Landesregierung in Aussicht gestellt, dass sie durch diese Maßnahme ab dem Jahr 2014 wieder eine "höhere Dividende" an das Land ausschütten könne, betonte Platter. Die Kapitalspritze erfolge somit nicht über neue Schulden, wiewohl die Gewinnausschüttung der Tiwag im Landesbudget fehlen werden, räumte der Landeshauptmann ein. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) habe der Hypo Tirol geraten, die sogenannten "Basel III"-Kriterien vorweg zu nehmen, sagte LHStv. Hannes Gschwentner (S). Man habe damit einen entscheidenden Schritt gesetzt, um die Bank langfristig abzusichern.

Kreditausfälle im Italien-Geschäft

Die Finanzspritze notwendig gemacht haben Kreditausfälle im Italien-Geschäft. Die Bank muss im laufenden Jahr 120 Mio. Euro abschreiben und rechnet mit einem Verlust von 110 Mio. Euro. In ihrem Halbjahresergebnis 2011 wies die Bank eine Bilanzsumme von 11,2 Mrd. Euro aus. Bereits im Jahr 2009 war das Land mit einer Ausfallhaftung für 100 Mio. Euro Partizipationskapital gerade gestanden. Davon nahmen Investoren jedoch nur 52 Mio. Euro auf. Die Tiroler Grünen sprachen sich in einer Aussendung dagegen aus, "ungeschaut" weiteres Geld in der Hypo Tirol zu "versenken". "Ohne volle Offenlegung des bisherigen Debakels weitere zig Millionen in die Hypo zu senden, ist schlichtweg unverantwortlich", betonte Klubobmann Georg Willi.

Einverstanden mit der Maßnahme zeigten sich die Tiroler Freiheitlichen: Die Kapitalspritze müsse dem Geldinstitut jetzt gegeben werden, damit die Landesbank erhalten bleibe und nicht "in einer Unzeit zu äußerst schlechten Konditionen" ein Partner hereingenommen werden müsse, meinte FP-Chef, LAbg. Gerald Hauser in einer Aussendung.


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