Fürs Heizen muss man noch mehr brennen
Heizen kostet derzeit um zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Heizölpreis ist dabei am stärksten gestiegen. Viele zwingt das zum Sparen oder sogar zum Frieren.

Foto © FotoliaOfen aus - kalt im Haus. Immer mehr Hausbesitzer mit Ölheizung schrauben wegen der hohen Energiepreise die Raum-temperatur herunter
Heizen ist so teuer wie noch nie - was die Kärntner schon länger in der Brieftasche spüren, wird von der österreichischen Energieagentur nun in Zahlen festgemacht: Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Energiepreise spürbar verteuert - durchschnittlich um stattliche zwölf Prozent.
Seit 1981 hat die Österreichische Energieagentur, die die Energiepreise im Land dokumentiert, keinen so hohen Preisanstieg verzeichnet. In einigen Bereichen fällt dieser Preisanstieg sogar noch stärker aus, Heizöl ist seit dem vergangenen Jahr um 21,4 Prozent teurer geworden. Seit Dezember 2009 verzeichnet die Arbeiterkammer Kärnten einen steten und steilen Anstieg der Preiskurve.
Ölpreis sinkt
Während man vor zwei Jahren für einen Liter Heizöl noch rund 65 Cent bezahlte, muss man jetzt für dieselbe Menge schon 98 Cent auf den Tisch legen. Mit dem Rohölpreis lässt sich diese Entwicklung jedenfalls nicht erklären: Erdöl der Sorte UK-Brent ist seit April 2011 im Sinken begriffen. Noch vor dem Sommer kostete ein Barrel 123,50 US-Dollar, im Oktober nur mehr 109,50 Dollar. Eigentlich eine Verbilligung von elf Prozent, trotzdem gehen die Energiepreise nach oben - und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.
Aber nicht nur für den meist-verbreiteten Wärmelieferanten muss man tiefer in die Tasche greifen, auch alternative Energieträger haben beim Preis zugenommen - allerdings nicht so stark wie die fossilen Brennstoffe. Der Brennholzpreis hat um 4,5 Prozent zugelegt, der von Holzbriketts um 3,3 Prozent. Schmerzhafter fiel da der Preisanstieg für die Besitzer von Gasheizungen aus, der Gaspreis hat sich im Jahresvergleich um 13 Prozent gesteigert. Etwas davon bekommen die Bezieher von Fernwärme, ihre Heizkosten sind durchschnittlich um zehn Prozent gestiegen. Als Einzige verschont von der Teuerung im Energiesektor bleiben die Stromkunden: Der Strompreis hat sich im Vergleich zum Vorjahr österreichweit nicht verändert.
Sparen und frieren
Die enormen Preissteigerungen gehen inzwischen nicht mehr spurlos an den Haushalten vorbei: Einer Umfrage von Meinungsforscher Peter Hajek zufolge wollen 57 Prozent der Ölheizungsbesitzer "etwas unternehmen", um in der kommenden Heizsaison Kosten zu senken. 29 Prozent planen, weniger zu heizen - also sich mit einer geringeren Raumtemperatur zu begnügen, als für sie eigentlich angenehm wäre. Wer sich die Annehmlichkeit nicht nehmen lassen will, spart dafür in anderen Bereichen. Und das sind nicht wenig: 41 Prozent verzichten zugunsten behaglicher Wärme auf Urlaub, Ausgehen oder andere Freizeitaktivitäten.
Die ständig ansteigenden Energiepreise haben aber auch ihre guten Seiten. Weil gerade fossile Energiequellen immer teurer werden, wächst die Bereitschaft für den Umstieg auf erneuerbare Formen der Energieerzeugung. 36 Prozent der Befragten spielen bereits mit dem Gedanken. Die von den potenziellen Umsteigern am häufigsten genannten Varian-ten sind Wärmepumpen (21 Prozent) und Pelletheizungen (19 Prozent).
Features
So spart man Kosten
Brennen beim Heizen muss nicht sein, mit einfachen Tipps lassen sich Heizkosten reduzieren.
Regelung. Mit Raumthermostaten, witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelungen und programmierten Heizanlagen lässt sich der Heizbedarf gezielt steuern. Überhitzung sollte vermieden werden, ebenso das Mitheizen von Räumen, die nicht dauerhaft bewohnt werden (Schlaf-, Lagerräume).
Wartung. Heizanlagen sollten regelmäßig gewartet werden, um die Heizleistung zu optimieren.
Planung. Heizkosten spart man bei neuen Gebäuden mit guter Wärmedämmung und einer effizienten Heizungsanlage.
Lagerung. Holz sollte trocken gelagert werden, bei Heizöl soll der Tank möglichst voll sein.














