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AT&S schließt Werk in Klagenfurt Aus für kleine Cent-Münzen: Experten kritisch Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Wirtschaft Nächster Artikel AT&S schließt Werk in Klagenfurt Aus für kleine Cent-Münzen: Experten kritisch
Zuletzt aktualisiert: 30.11.2011 um 21:34 UhrKommentare

Sattes Lohnplus im Handel

Eine Art vorweihnachtliches Geschenk gibt es für die 520.000 Handels-Beschäftigten. Ihre Gehälter steigen durchschnittlich um 3,6 Prozent.

Foto © Fotolia

Als wahrer Verhandlungsmarathon stellte sich das Feilschen um eine Gehaltserhöhung für die 520.000 Handelsangestellten in Österreich dar: 14 Stunden lang wurde von Dienstag auf Mittwoch verhandelt, am Ende steht eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 3,6 Prozent. Während das Ergebnis für die Arbeitgeber, man strebte ursprünglich eine Inflationsabgeltung von 2,9 Prozent an, "gerade noch akzeptabel" ist, spricht Gewerkschaftsverhandler Manfred Wolf von einem "Erfolg" für die Arbeitnehmer. Diese stiegen bekanntlich mit einer 4,2-Prozent-Forderung in den Ring.

Bei der Einkommensstaffelung mussten die Gewerkschafter, die das verhindern wollten, aber nachgeben. So bekommen Angestellte, die bis 1500 Euro brutto verdienen, einen Fixbetrag von 50 Euro. Das wiederum entspricht einer Erhöhung von bis zu 3,8 Prozent. Verdient man aber mehr als 1500 Euro, beträgt die Gehaltserhöhung "nur" 3,5 Prozent. Dafür dürfen sich Lehrlinge ab 1. Jänner 2012 - dann gilt der neue Kollektivvertrag - über eine Entschädigungserhöhung von 3,9 Prozent freuen.

Karenz wird angerechnet

In puncto Sonderzahlungen einigten sich die Sozialpartner auf eine um einen Monat frühere Auszahlung des Urlaubsgeldes, das zukünftig also bereits am 30. Juni am Konto sein wird. Die Forderung der Arbeitnehmer nach einem früher ausbezahlten Weihnachtsgeld bleibt aber unerfüllt. Eine ihrer zentralsten Forderungen dieses Jahres hat die Gewerkschaft aber durchgesetzt: die Anrechnung der Karenzzeit.

So werden bei der Elternkarenz für das erste Kind sowie bei Bildungs- und Hospizkarenzen jeweils zehn Monate angerechnet. Die Anrechnung gilt für die Einstufung im Kollektivvertrag und bleibt auch beim Wechsel des Arbeitgebers im Handel aufrecht. Wolfgang Katzian, Vorgesetzter der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp): "Der Abschluss ist für jüngere, weibliche Angestellte ein Riesenerfolg."

Anders sieht das Georg Amlacher. Der Unternehmer ist mit sieben Betrieben in Kärnten und Osttirol aktiv. "Die Gewerkschaftsvertreter müssen aufpassen, dass sie ältere Arbeitnehmer durch solche Klauseln nicht aus dem Arbeitsmarkt drängen. Die Kosten für diese Gruppe steigen enorm. Die Politik sollte eher versuchen die Lebenskosten zu senken, als alles auf die Unternehmer umzuwälzen", sagt Amlacher.

Die Adaption des Kollektivvertrags wird die Handelsbetriebe 650 Millionen Euro kosten, rechnet Arbeitgeber-Chefverhandler Peter Buchmüller vor.

MARKUS ZOTTLER, THOMAS CIK

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