Österreichs Topverdiener: Mehr Geld für Vorstände
Im Vorjahr verdienten Vorstände von börsenotierten Firmen deutlich mehr als 2009. Anlegerschützer kritisiert Unschärfen und Grauzonen in der Vergütung von Vorstandsmitgliedern.

Foto © Andreas Haertle/Fotolia.com
Rund 800.000 Euro brutto verdiente ein Vorstandsmitglied eines - im obersten Handelssegment der Börse notierten - österreichischen Unternehmens 2010 im Durchschnitt. Ein Plus von 13,2 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Das geht aus der jährlichen Analyse des Interessenverbandes für Anleger hervor. "Die Vorstände haben von den guten Ergebnissen 2010 mit einer deutlichen Steigerung ihrer Bezüge profitiert", so Präsident Wilhelm Rasinger. Die absoluten Top-Verdiener sitzen im Vorstand der OMV, der größte Konzern des Landes bezahlte seinen Vorständen im Vorjahr insgesamt 12,2 Millionen Euro, macht im Schnitt gut zwei Millionen Euro je Vorstandsmitglied. Auch ein Vorstand der steirischen Andritz AG kommt auf knapp zwei Millionen Euro.
2011 mit spürbaren Einbußen
Während 2010 in den meisten Unternehmen ein außerordentlich gutes Jahr war, haben sich heuer die Ergebnisse in einigen Konzernen etwas eingetrübt. Weil variable, erfolgsabhängige Gehaltsteile eine große Rolle spielen, "wird es 2011 bei einigen Spitzenreitern zu spürbaren Einbußen kommen", meint Rasinger.
Grauzonen in der Vorstandvergütung
Kritisch beäugt der Anlegerschützer die Form, wie börsenotierte Unternehmen ihre Vergütungsmodelle publizieren. "Wir haben hier Unschärfen und Grauzonen, die die Vergleichbarkeit der Vorstandsvergütungen erschweren", so Rasinger zur Kleinen Zeitung. So informiere etwa die OMV in ihrem Geschäftsbericht sehr detailliert über die Vergütungen der einzelnen Vorstände - das beinhalte u. a. auch Daten über Sachbezüge und Pensionskassenbeiträge. Andere Unternehmen machen das nicht. Rasinger, der auch Mitglied in der Arbeitsgruppe Corporate Governance ist, arbeitet derzeit an klaren Richtlinien, die künftig alle börsenotierten Unternehmen in ihrem Vergütungsbericht befolgen sollen. Schon heute sei das etwa in Deutschland sehr klar geregelt. "Ich bin zuversichtlich, dass uns das auch in Österreich gelingt", so Rasinger.















-Anzeigen