Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
27. Mai 2012 14:22 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren 332958 Mitglieder | 265 online
 
Nach Erdbeben: Parmesan wurde billiger verkauft Telekom oder die dunkle Seite der Macht Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Wirtschaft Nächster Artikel Nach Erdbeben: Parmesan wurde billiger verkauft Telekom oder die dunkle Seite der Macht
Zuletzt aktualisiert: 25.11.2011 um 20:20 UhrKommentare

Das Duell auf der wilden Westbahn

Für die Bahn bricht ein neues Zeitalter an: Die ÖBB und ihr privater Konkurrent "Westbahn" liefern sich einen harten Preiskampf. Ob einer der Kontrahenten unter die Räder kommt, ist offen. ÖBB-Kern sieht wenige Beispiele, wie sich mit Bahn Geld verdienen lässt.

Die in Blau, Weiß und Grün gehaltenen Doppelstockwaggons der "Westbahn"

Foto © APADie in Blau, Weiß und Grün gehaltenen Doppelstockwaggons der "Westbahn"

Christian Kern hat keine leichte Aufgabe. 2010 kam der Kommunikationswissenschafter mit einer Zusatzausbildung der renommierten Schweizer Managerschmiede St. Gallen an die Spitze der Staatsbahn, deren größte Baustellen ein milliardenhoher Schuldenberg und ein schwer angekratztes Image sind. In etwas mehr als zwei Wochen - am 11. Dezember - erleben ÖBB und Bahnfahrer in Österreich einen historischen Tag: In dem von der EU liberalisierten Eisenbahnwesen legt erstmals ein echter privater Konkurrent los.

Heftiger Preiskampf

Die Strecke von Wien nach Salzburg, also die Westbahn, ist dabei Name und Programm für die "Westbahn" ihres Erfinders und Investors Hans-Peter Haselsteiner, Boss des Baukonzerns Strabag, der gerade den größten Teil des Koralmtunnels für die ÖBB bohrt. Er sehe dem Start der "Westbahn" mit Gelassenheit entgegen, sagte Kern noch vor wenigen Tagen. Doch Gelassenheit sieht anders aus. Zwischen den Konkurrenten auf der meist befahrenen und lukrativsten Strecke des Landes tobt seit Tagen ein heftiger Preiskampf.

Als die ÖBB zur Eröffnung des renovierten Westbahnhofes 25.000 Tickets um 15 Euro für Fahrten von Wien nach Bregenz auf den Markt warfen, schäumten Haselsteiner und "Westbahn"-Geschäftsführer Stefan Wehinger: "Wir wollen kippen, dass auf subventionierten Strecken Billigtickets der ÖBB angeboten werden, und werden dagegen klagen".

Doch da man freilich nicht aufs Urteil warten kann, antwortete die "Westbahn" mit noch billigeren Fahrkarten: 7,50 Euro für die Strecke Wien-Salzburg. Der Dumpingpreis sollte bis Ende Jänner gelten, doch im Internet vermeldete die "Westbahn" bereits, dass das Kontingent von 7.500 Karten ausverkauft ist. Weitere Angebote sollen folgen.

Die Kunden dürfen gespannt sein, wie lange sich die Gesellschaften derart raufen. Noch im Juni hatte Wehinger - Vorarlberger und ehemaliger ÖBB-Manager, 2004 von FPÖ-Minister Hubert Gorbach geholt - in der "Zeit" erklärt, dass die ÖBB mit einem Preiskampf nicht zu schlagen sei. "Westbahn"-Fahrer, so lautete der Plan, sollten von Wien nach Salzburg 23,80 Euro zahlen, so viel wie die Inhaber einer ÖBB-Vorteilscard. "Mit Bahnfahren Geld zu verdienen, ist eine Geschichte, für die es nicht allzu viele Referenzbeispiele gibt", kommentiert es Kern trocken.

Das Duell könnte ungleicher kaum sein. Die ÖBB fahren täglich 300 Fernverkehrs- und 4.000 Nahverkehrszüge, Haselsteiner und Co. schicken demnächst 14 Zugpaare auf die Reise. Auf der hoch subventionierten Südbahn wird es die in Blau, Weiß und Grün gehaltenen Doppelstockwaggons der "Westbahn" länger nicht zu sehen geben. "Es wäre ökonomischer Selbstmord, hier zu fahren", weiß Wehinger. Ausschreibungen für alle Bahnverbindungen fordert er dennoch.

ÖBB bleibt gleich langsam

Ob einer der Kontrahenten unter die Räder kommt, bleibt abzuwarten. Die ersten Gewinner sind die Kunden, sie profitieren nicht nur vom aktuellen Preiskampf. Nach der Ankündigung Wehingers, man wolle gegen die ÖBB mit Komfort punkten, schob Kern bei der Modernisierung des Service an.

Das reicht vom Umbau der Railjet-Bistros zu Speisewägen über neue Ticketsysteme und WLAN in den Zügen bis zu Schulungen der Mitarbeiter. Und im Gegensatz zur "Westbahn" bleiben ÖBB-Züge weiterhin rauchfrei. Selbst die nicht sehr verwöhnten Südbahnfahrer bekamen ein Zuckerl: Hier fährt nun der Railjet.

HANNES GAISCH

KLEINE.tv

Ägypten: Konservative gefährden die Weinwirtschaft

Ägyptischer Wein wurde in den vergangenen Jahren wieder zum beliebten Ge...Noch nicht bewertet

 

Wirtschaftsblog

Roman Huber - Foto: Jürgen Fuchs

Kommentiert: Trends und News aus Wirtschaft und Hochfinanz.

 

Forum: Spüren Sie die Krise?

Fotolia: Light Impression


Kleine Zeitung Akademie

Wissen für Leser: Die Kleine Zeitung Akademie bietet Ihnen ein vielfältiges Angebot an Seminaren und Veranstaltungen zu den Themen Journalismus, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Proftieren auch Sie vom Know-how unserer Mitarbeiter!

 

Wirtschaft-Fotoserien

Der aktuelle Primus 

Der aktuelle Primus

 

Primus: Jetzt gratis testlesen!

Jetzt ist es soweit: Der Kleine Zeitung Primus, das monatliche Wirtschaftsmagazin der Kleinen Zeitung, ist da. Sie können sich jetzt Ihr gratis Testabo sichern!

Lebe deinen Plan!

Service

 


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang