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Zuletzt aktualisiert: 20.11.2011 um 16:22 UhrKommentare

Bahnfahren bald teurer?

Marktwirtschaft auf die österreichische Art: Der neue mehrheitlich private Bahnbetreiber Westbahn hält die Ticketpreise der ÖBB für zu niedrig: Eine Wettbewerbsklage gegen deren Preispolitik wäre "sinnvoll", könnte aber Bahnfahren für alle teurer machen.

Foto © APA

In Folge des neuen Wettbewerbs auf der Schiene könnte Bahnfahren in Österreich bald für alle teurer werden, weil der neue mehrheitlich private Bahnbetreiber Westbahn die Ticketpreise der staatlichen ÖBB als zu niedrig und daher als wettbewerbsverzerrend betrachtet.

"Spielraum nach oben"

Für Westbahn-Investor Hans Peter Haselsteiner ist Bahnfahren in Österreich derzeit zu billig, er nimmt die ÖBB-Preispolitik ins Visier. "Beim Preis ist sicherlich ein Drittel Spielraum nach oben", so Haselsteiner zur "Tiroler Tageszeitung" (TT, Samstag-Ausgabe).

Die Preispolitik der ÖBB sei durch die Subventionen vom Bund wettbewerbsverzerrend. Daher erwäge er eine Wettbewerbsklage. "Wettbewerbsklagen sind Klagen sui generis - es geht dabei um eine Klarstellung. In diesem Sinne wäre es legitim und auch sinnvoll, die Wettbewerbsbehörde in dieser Frage anzurufen". Auch Haselsteiners Partner Stefan Wehinger hatte schon eine Preisdiskussion für den öffentlichen Verkehr gefordert.

Die Westbahn startet am 11. Dezember mit ihrem Bahnbetrieb auf der Strecke Wien-Salzburg und orientiert sich dabei derzeit bei ihrem Ticketpreis am Ermäßigungspreis der ÖBB (mit Vorteilscard). Eigentümer der Westbahn sind Haselsteiner, Wehinger, Finanzinvestoren in der Schweiz und die französische Staatsbahn SNCF.

Tirol "schwierige Strecke"

Nach Tirol werden die Westbahn-Züge nicht so bald fahren, denn die Strecke sei "schwierig", weil nur über das Deutsche Eck befahrbar. Interessanter sind für Haselsteiner Strecken wie Salzburg-Graz oder Wien-Graz. Das Verkehrsministerium sollte diese Strecken ausschreiben, fordert er.

Zurückhaltend zeigt sich Haselsteiner in der Frage einer Privatisierung der staatlichen ÖBB. "Anders als im Fluggeschäft ist Größe auf der Schiene kein Muss". Die ÖBB hätten andere Themen als dieses zu bewältigen. So müssten sie versuchen, ihren Rucksack loszuwerden.


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