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Zuletzt aktualisiert: 10.11.2011 um 19:58 UhrKommentare

Konjunkturumfrage: Die Stimmung ist getrübt

Betriebsräte prognostizieren in der Umfrage der Arbeiterkammer Kärnten ein gebremstes Wirtschaftswachstum. Präsident Günther Goach warnt aber vor "Schwarzmalerei".

In vielen Kärntner Betrieben gibt es nach wie vor einen Facharbeitermangel

Foto © KLZ/TraussnigIn vielen Kärntner Betrieben gibt es nach wie vor einen Facharbeitermangel

Dunkle Wolken sah die Kärntner Industriellenvereinigung bereits in der Vorwoche am Konjunktur-Himmel. Und auch die Arbeiterkammer befürchtet jetzt nach einer aktuellen Konjunkturumfrage unter 255 Kärntner Betriebsräten, dass die Stimmung in der Wirtschaft sich eintrübt.

"Die Auftragsbücher der Kärntner Betriebe sind zwar gut gefüllt, das zuletzt starke Wirtschaftswachstum verliert aber an Fahrt", sagt AK-Präsident Günther Goach. Verunsicherung in Bezug auf die Frage, wie es in Europa weitergehe, führe dazu, dass viele Unternehmen mit Investitionen eher zurückhaltend seien. Goach warnt aber davor, "Schwarzmalerei zu betreiben", denn so bestehe die Gefahr, dass tatsächlich eine Krise "herbeigeredet" werde.

Mit den Konjunkturrisiken nehmen nach Einschätzung der Betriebsräte auch die Gefahren für den Arbeitsmarkt zu. Und mit 8,4 Prozent war die Arbeitslosenrate im Oktober in Kärnten bereits um zwei Prozent höher als im Schnitt in Österreich. "Der Arbeitsmarkt braucht Impulse. Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite die Jugendarbeitslosigkeit steigt, wir aber auf der anderen Seite einen Facharbeitermangel in den Betrieben haben", so Goach.

Er fordert außerdem "mehr Verteilungsgerechtigkeit bei der Krisenbekämpfung in Form einer Vermögenssteuer". Bisher hätten vor allem die Arbeitnehmer mit ihren Steuern die milliardenschweren Hilfspakete der öffentlichen Hand für Banken und Konjunktur finanziert. "Künftig müssen auch die Reichen ihren Beitrag leisten", sagt Goach.

ASTRID JÄGER

Foto

Foto © Eggenberger

Bild vergrößernGünther Goach, Präsident der Arbeiterkammer KärntenFoto © Eggenberger

Konjunkturumfrage und Forderungen

Betriebsräte. 255 Betriebsräte wurden von der Arbeiterkammer um ihre Prognose gebeten.

Beschäftigung. 36,9 Prozent der Betriebsräte rechnen für die nächsten Monate mit Neueinstellungen. 28,2 Prozent glauben eher an Personalabbau.

Forderung. AK-Präsident Goach (rechts) fordert die Einführung einer Vermögenssteuer und Durchforstung der Steuerprivilegien der Landwirtschaft.

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