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Zuletzt aktualisiert: 07.11.2011 um 20:59 UhrKommentare

"Bald kauft die Waschmaschine selbst den Strom"

Sechste "Energie"-Konferenz in Velden: Yonghun Jung, koreanischer Energieexperte, spricht im Kleine Zeitung-Interview über intelligente Netze und Koreas Atom-Politik.

Yonghun Jung, Berater des koreanischen Energieministeriums

Foto © TraussnigYonghun Jung, Berater des koreanischen Energieministeriums

Korea verfügt über 20 Atomkraftwerke, 18 weitere sind in Bau oder werden geplant - was denken Sie über die europäischen Diskussionen um den Atom-Ausstieg?

YONGHUN JUNG: Man darf nicht übersehen, dass wir ein Land ohne viele natürliche Ressourcen sind. In Europa hat man Wasser, Sonne und Wind. Aber auch in Korea setzen wir auf erneuerbare Energien.

Deren Anteil beträgt zwei Prozent.

JUNG: In zehn Jahren soll er bei elf Prozent liegen. Wir investieren in Energieeffizienz und forschen bei der Photovoltaik - auch wenn die Technologie in anderen Ländern eingesetzt wird.

Asiatische Schwellenländer wie China und Indien gelten als die größten Treibhaus-Emittenten weltweit. Wann schätzen Sie, wird dort Umweltschutz zum Thema?

JUNG: Er ist es bereits. Auch wenn die Chinesen jeden dritten Tag ein Kohlekraftwerk eröffnen - es ersetzt ein älteres, das der Umwelt mehr schaden würde. Stahlwerke und Raffinerien werden geschlossen, weil sie sich nicht lohnen. Aber man muss den Ländern Zeit für ihr Wachstum lassen, erst dann können sie sich Umweltschutz leisten. Außerdem müssen Sie bedenken: Dienstleistungen und Tourismus sind in China und Indien kein Wirtschaftsfaktor. Diese Länder wachsen nur mit der Industrie.

Alle sprechen von intelligenten Stromnetzen und Geräten, die sich die Energie holen, wenn sie am günstigsten ist: Wann wird dieses Zukunftsszenario Realität?

YONGHUN JUNG: Die Technik gibt es bereits. Entscheidend ist, wann es einen Echtzeitpreis für Strom gibt. Wenn man dann sieht, wie die Preise schwanken und dass man sich durch zielgerechtes Stromeinkaufen Geld sparen kann, werden sich diese Geräte durchsetzen. Die nächste Generation von Kühlschränken und Waschmaschinen, also in etwa fünf bis zehn Jahren, wird bereits diese Technologie haben.

THOMAS CIK

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