Nicht-Handwerker sind auch gefragt
Baumax akquiriert Mitarbeiter aus dem Fachhandel und wirbt mit einem Männchen.

Foto © Weichselbraun
Der Baumax hat ein Wohlstandsbäuchlein, ist ein fleißiger Handwerker und der neue Markenbotschafter der gleichnamigen Baumarktkette. Das Männchen ist aber nicht alles, was im Unternehmen neu ist. "Wir versuchen uns alle sieben Jahre neu zu erfinden", sagt Vorstandsvorsitzender Martin Essl. Neben den Heimwerkern ist jetzt die große Gruppe der Nicht-Heimwerker das Ziel. Also jene Menschen, die sich nicht zutrauen, einen Parkettboden selber zu verlegen oder die Wände zu streichen.
Baumax reagiere damit auf das sich ändernde Kundenverhalten. "Heimwerken hat nicht mehr den Stellenwert, den es früher hatte", so Essl. Für diese Neuausrichtung musste das Sortiment neu aufgestellt und personell kräftig aufgerüstet werden. Verkäufer und Berater aus dem Fachhandel wurden akquiriert, in Österreich bisher rund 300. Bei Bedarf kann der Kunde auf ein Montage-Service zurückgreifen. "Wir haben in diese Neuausrichtung hohe Millionenbeträge investiert", sagt Essl. Sechs Millionen Euro seien alleine in den 67 Märkten in Österreich in zusätzliche Personalkosten geflossen. In Kärnten ist Baumax mit neun Filialen vertreten, jene in Spittal wird gerade um mehr als zehn Millionen Euro zu einem Mega-Baumax ausgebaut und die Fläche damit auf 10.000 Quadratmeter verdoppelt. Weitere Standorte seien im hart umkämpften Kärntner Markt nicht geplant. Mit einem Marktanteil von 27 Prozent sei man hier die Nummer eins. Im ersten Halbjahr 2011 wurden 28 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, das entspreche einer Steigerung von 3,9 Prozent. Im zweiten Halbjahr sei mit 2,5 bis drei Prozent zu rechnen.
Im November eröffnet Baumax den 155. Markt in der türkischen Hauptstadt Ankara, Nummer 156 folgt nächstes Jahr in Istanbul. Bis Jahresende soll in neun europäischen Ländern ein Umsatz von 1,6 Milliarden Euro erzielt werden.














