Privatkonkurse nehmen in der Steiermark rasant zu
Bedrohliche Entwicklung in der Insolvenzstatistik in der Steiermark. Während die Zahl der Firmeninsolvenzen leicht rückgängig ist, gibt es um etwas mehr als 19 Prozent mehr Privatkonkurse - sehr oft gescheiterte Unternehmer.

Foto © cs-photo - Fotolia
In der Steiermark hat die Zahl der Privatkonkurse rasant zugenommen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres schlitterten 628 Menschen in die Pleite. Das sind 101 Personen oder 19,2 Prozent mehr. Laut dem Kreditschutzverband 1870 ist das auf die geringe Zahl der Privatinsolvenzen der vergangenen Jahre zurückzuführen.
Die Schuldner standen im Durchschnitt mit 166.000 Euro in der Kreide. Das ergibt einen Gesamtschuldenstand von rund 104 Millionen Euro - ein Plus von 26,8 Prozent. Der durchschnittliche steirische Konkurskandidat ist männlich, zwischen 40 und 50 Jahre alt und war vorher Unternehmer.
Entgegen den Privatkonkursen ist die Zahl der Firmenpleiten in den vergangenen neun Monaten nur leicht gestiegen. Insgesamt gab es 640 Unternehmensinsolvenzen. Markant ist vor allem der Rückgang der Gesamtschulden der Pleitebetriebe. Diese beträgt rund 203 Millionen Euro - im Vorjahreszeitraum waren es noch 526 Millionen Euro. Der bekannteste Fall war mit Sicherheit die Pleite der EU-Abgeordneten Hella Ranner. Mit Passiva in Höhe von 7,1 Millionen Euro belegt sie in der Statistik den zweiten Platz hinter dem Unternehmen Burggraber KG.
Österreich-Statistik
In Österreich wurden in den ersten neun Monaten 2011 insgesamt 2.477 Firmeninsolvenzen eröffnet, um 5,3 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Zusammen mit den mangels Vermögen nicht eröffneten Insolvenzen waren insgesamt 4.462 Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen, um 6,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, teilte der Gläubigerschutzverband KSV 1870 in einer Aussendung mit.
Bei den Privaten nahm die Zahl der Konkurse um 8,2 Prozent auf 7.353 zu. Die geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten aus Privatkonkursen lagen bei 889 Mio. Euro, fast identisch mit dem Vorjahreswert von 888 Mio. Euro. Pro Kopf lagen die Verbindlichkeiten also im Schnitt bei rund 120.900 Euro.
Die Firmenpleiten betrafen um 10,3 Prozent weniger Dienstnehmer als in der Vorjahresperiode, nämlich 15.700. Die geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten aus den Unternehmensinsolvenzen lagen bei 2,0 Mrd. Euro und damit um 20 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Firmenpleiten
Die heuer bisher größte Pleite war die des Immobilien-Fondsanbieters R-Quadrat bzw. der Firmengruppe, die mit 93,5 Mio. Euro zu Buche schlug. Am zweiten Pleitenrang liegt der Photovoltaik-Zellproduzent Blue Chip Energy in Güssing mit 78,1 Mio. Euro, gefolgt von der Goldmann-Druck AG in Tulln mit 65,5 Mio. Euro. Pleitenanfälligste Branchen waren die Unternehmensbezogenen Dienstleistungen vor der Bauwirtschaft und dem Gastgewerbe. Gemessen an den Passiva liegt hier die Branche Verkehr/Nachrichtenübermittlung am dritten Rang.















-Anzeigen