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Zuletzt aktualisiert: 16.09.2011 um 22:01 UhrKommentare

Metaller-Herbstlohnrunde steht bevor

Schon Tage vor der ersten Herbstlohnrunde fahren die Metaller-Verhandler schwere Geschütze auf. Gerittert wird um drei Prozent Lohnplus.

Foto © APA

Noch haben die Verhandlungen zu den Lohnerhöhungen der Metaller nicht begonnen - Start ist am 22. September -, doch beide Verhandlungsparteien richten einander bereits aus, was ihnen am Angebot der anderen nicht passt. Selbst Wirtschaftsforscher sind heuer über das Ausmaß der Anhebung nicht einig, Bruchlinien ziehen sich durch alle Lager.

Was unterm Strich für die Metallbranche steht, hat noch immer Signal-Bedeutung für alle Lohnverhandlungen, die im Herbst und Winter abgehandelt werden.

Das Angebot der Arbeitgeber läuft gegenwärtig auf Abgeltung der Inflation hinaus (der Jahresschnitt wird auf knapp unter drei Prozent geschätzt), dazu soll es eine Einmalzahlung geben. Die Gewerkschaft verlangt eine spürbare Erhöhung der Reallöhne, auch, weil die Betriebe "im Vorjahr schöne Gewinne schrieben".

Wie die Grafik zeigt, lagen die Abschlüsse im Vorjahr unter der Inflationsrate, die Arbeitnehmer verloren also an Kaufkraft. Der Chefverhandler der Industrie, Christoph Hinteregger, erklärt, man sei bereit, "den Erfolg mit den Mitarbeitern zu teilen" und nahm - unüblich, dass dies vor der ersten Lohnrunde geschieht - bereits den Begriff "drei Prozent Lohnplus" in den Mund.

Druck durch Streikdrohung

Metaller-Gewerkschaftschef Rainer Wimmer fährt aber bereits ganz andere Geschütze auf: "Mit der Abgeltung der Inflationsrate plus einem geringen Aufschlag ist es heuer sicher nicht getan." Wenn nötig, werde die Gewerkschaft den nötigen Druck - sprich Streikdrohung - erzeugen.

Doch sogar innerhalb des Wirtschaftsforschungs-Instituts gibt's heuer keine klare Schiedsrichter-Anweisung: Wifo-Chef Karl Aiginger fordert ein kräftiges Reallohnplus zur Ankurbelung der Wirtschaft. Wifo-Industrieexperte Marcus Scheiblecker geht zwar von einem Ausgleich der Teuerungsrate aus, die Wirtschaft werde aber 2012 schwächer als zuletzt wachsen, daher werde das "Zubrot" heuer wohl nicht allzu hoch ausfallen.

Ulrich Dunst, Helfried Semler

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