Massive Verluste an Europas Börsen
Der Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hat die ohnehin zittrigen Aktienmärkte erneut in die Tiefe gezogen.
Die Leitbörsen in Europa haben zum Wochenschluss mit massiven Kursverlusten geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 schwächte sich um kräftige 4,15 Prozent auf 2.073,67 Einheiten ab.
Hatten die Börsen belastet von schwachen Vorgaben bereits den ganzen Handelstag über in der Verlustzone tendiert, gerieten sie angesichts der Rücktritts von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark zusätzlich unter Druck. Die EZB nannte persönliche Gründe für Starks Ausscheiden. Schon vor der offiziellen Bekanntgabe hatten in Finanzkreisen aber Gerüchte kursiert, Stark würde wegen einem Zerwürfnis über die umstrittenen Staatsanleihenkäufe der EZB das Handtuch werfen. Positive Impulse von dem am Vorabend von US-Präsident Obama vorgestellten Konjunkturprogramm und der Rede des US-Notenbankchefs Bernanke blieben indes aus.
Unterdessen haben die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden westlichen Industriestaaten (G7) am heutigen Freitag in Marseille mit ihren Beratungen über Maßnahmen gegen die sich weltweit abschwächende Konjunktur begonnen. Zentrale Themen beim G7-Gipfel sind der Konjunkturabschwung, die Schuldenkrise sowie die weitere Bankenregulierung. Am Samstag stößt schließlich noch der russische Finanzminister zu der Runde, die dann im G8-Format weitertagt.
Unter den im Euro-Stoxx-50 gelisteten Einzelwerten konnten Bayer als einziger Kursgewinner mit einem hauchdünnen Plus von 0,06 Prozent bei 39,00 aus dem Handel gehen, nachdem das Papier zwischenzeitlich bis zu 41,13 Euro gekostet hatte. Die Aktie des Pharma- und Chemiekonzerns profitierte von einer überraschenden Zulassungsempfehlung der US-Gesundheitsbehörde FDA für das Medikament Xarelto.
Indes stürzten Societe General in einem geprügelten Bankensektor um 10,58 Prozent auf 17,45 Euro ab und fungierten damit das Schlusslicht im Euro-Stoxx-50. Mit UniCredit (minus 8,22 Prozent auf 0,77 Euro), Intesa Sanpaolo (minus 8,09 Prozent auf 0,96 Euro) und Credit Agricole (minus 7,77 Prozent auf 5,40 Euro) fanden sich drei weitere Bankenwerte am unteren Ende des europäischen Auswahlindex.
Starken Verkaufsdruck gab es auch im Autosektor zu beobachten. Hier belastete der Kursverfall der Porsche-Aktie, die um 13,59 Prozent auf 37,99 Euro nachgab. Porsche und Volkswagen (VW) hatten am Vorabend mitgeteilt, dass die geplante Fusion aufgrund rechtlicher Hürden nicht mehr in diesem Jahr zustande kommen werde. VW-Vorzüge schlossen um 3,89 Prozent tiefer bei 103,75 Euro.














