A-Tec wird in Einzelteilen verkauft
Nach dem Verhandlungs-Marathon am Wochenende ist es nun fix: Der Zuschlag geht an die A-Tec-nahe Contor Industries mit drei Investoren. Anlegerschützer Rasinger: "Trauriges Kapitel für den Kapitalmarkt."

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Nach Marathon-Verhandlungen über das ganze Wochenende ist der Verkauf der insolventen Industriegruppe A-Tec fix. Den Zuschlag bekommt die Contor Industries GmbH.
Das Ziel, internationale Investoren hinter die von A-Tec-Berater Thomas Schätti gegründete Contor zu scharen, hat A-Tec-Gründer Mirko Kovats, erreicht: Für die drei Konzernteile ATB Austria Antriebstechnik, die Mineral & Metals Holding und das Kraftwerk Voitsberg gibt es Käufer (siehe Grafik rechts). Der Halleiner Maschinenbauer Emco bleibt der A-Tec. Der Anlagenbauer AE & E war bereits kurz vor Jahreswechsel an den Grazer Andritz-Konzern gegangen.
Kritiker Kovats', allen voran der Anlegerschützer Wilhelm Rasinger, sehen sich bestätigt: "Es liegt die Vermutung nahe, dass er bei dieser Vorgangsweise einen wirtschaftlichen Vorteil hat," so Rasinger zur Kleinen Zeitung. "Jetzt kann er auf der Buchhaltung sitzen bleiben. Sonst könnten ja höchst unangenehme Dinge ans Licht kommen." Rasinger frei nach Wilhelm Busch: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich´s gänzlich ungeniert."
"Ein möglicher Mehrerlös könnte woanders verschwinden," fürchtet auch Rudolf Krtina, ein Ex-Geschäftspartner Kovats, dessen Klage kürzlich zu Hausdurchsuchungen in der A-Tec und bei Vorständen führte.
Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband erwartet keine Probleme bei der Erfüllung der 47-prozentigen Quote für die Gläubiger, die Ende September fällig ist. 210 Millionen sind notwendig. Die aktuellen Verkäufe sollen knapp 200 Millionen Euro bringen, 30 Millionen sind bereits in der Masse.
"Jeder Cent kommt den Gläubigern zugute. Ich bin unbestechlich," reagiert Kovats harsch auf Verdächtigungen. Die andere Lösung (das Offert der techechisch-slowakischen Penta, Anm.) sei aufgrund einer unerfüllbaren Haftungsübernahme und Rückzahlungsrisiken nicht infrage gekommen. "So eine Transaktion hätte kein Aufsichtsrat wissentlich genehmigen und kein Vorstand unterschreiben dürfen," so Kovats zur Kleinen Zeitung.
Kovats will gehen
Er werde wie angekündigt nach erfolgter Sanierung aus dem Vorstand ausscheiden. Ein Wechsel in den Aufsichtsrat sei nicht vorgesehen. Aktionär - aktuell gehören ihm rund 66 Prozent - bleibe er aber. "Ich bin erfreut, dass das Überleben der A-Tec Industries möglich ist," sagt Kovats. Er sehe sich als Vollblutunternehmer und habe auch noch viel vor, aber nicht in Österreich. "In einem Land, wo Telefone von mir und meiner Frau abgehört, in deren Unterwäsche herumgesucht und Computer meiner Kinder beschlagnahmt werden, sehe ich keine Zukunft für mich." Ob er in die Schweiz gehe, wollte er offen lassen.
Ohne Köpferollen geht der Eigentümerwechsel für die ATB Austria Antriebstechnik und ihrem Stammwerk in Spielberg über die Bühne. Vorstand Christian Schmidt bleibt: "Wolong und ATB ergänzen einander, uns werden neue Märkte eröffnet." Jobabbau stehe nicht zur Debatte. Wolong investiere in die Gruppe. ATB-Betriebsrat Michael Leitner erleichtert: "Spielberg sollte nicht mehr in Gefahr sein."















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