Die Zeit der Erholung ist vorerst vorbei
Europaweit hat Österreich mit 3,7 Prozent die geringste Arbeitslosigkeit. Im August stieg diese aber erstmals seit vielen Monaten wieder leicht an. Die Steiermark schneidet aber besser ab.

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Es sind Nachrichten, die man am österreichischen Arbeitsmarkt so in letzter Zeit nicht oft hörte. Nach 17 Monaten des kontinuierlichen Rückgangs der Arbeitslosenzahlen hat man im August zum ersten Mal im Jahresvergleich einen leichten Zuwachs verzeichnet. Zwar liest sich dieser mit 0,4 Prozent relativ bescheiden, gilt aber als aussagekräftiger Indikator für die kommenden Monate. Auch in der Steiermark kann man dem österreichweiten Trend nur bedingt entgegenwirken. Der große Aufschwung am Arbeitsmarkt ist auch in der Steiermark vorerst vorbei, im August konnte man aber noch eine kleine Verringerung an Arbeitslosen (minus 2,2 Prozent) im Vergleich mit dem August 2010 melden.
Für Herta Kindermann-Wlasak, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice (AMS) Steiermark, eine voraussehbare Entwicklung: "Wir haben uns in letzter Zeit mit Monaten der Wirtschaftskrise verglichen. Jetzt kommt der enorme Erholungsprozess des letzten Jahres schön langsam zur Ruhe."
Auf der Strecke bleiben dabei steiermarkweit in erster Linie Ausländer (6,8 Prozent mehr Arbeitslosigkeit), Personen ab 50 Jahren (plus 5,7 Prozent) und Frauen (plus 0,7 Prozent). Speziell bei den weiblichen Arbeitssuchenden lässt sich dies relativ einfach erklären. Kindermann-Wlasak: "Frauen waren von der Wirtschaftskrise allgemein nicht so stark betroffen wie Männer. Deswegen haben sie auch von dem Aufschwung der letzten Monate wenig profitieren können." Positive Zahlen vermeldet österreichweit nach wie vor die Industrie, eine der Männerdomänen. Doch auch dort wirken die aktuell elf Prozent weniger Arbeitslosen im Vergleich mit den letzten Monaten bescheiden - im April lag der Rückgang etwa noch bei knapp 20 Prozent. Auch in der Steiermark profitieren klassische Industriebezirke wie Mürzzuschlag (11,2 Prozent weniger Arbeitslosigkeit), Leoben (minus 10,7 Prozent) oder Bruck an der Mur (minus 7,7 Prozent) von der aktuellen Arbeitsmarktstimmung. Am stärksten gestiegen ist die Arbeitslosigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen. In diesem Bereich lag man 5,2 Prozent über dem Wert des letztjährigen Augusts.
Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer führt den Anstieg der Arbeitslosigkeit von 0,4 Prozent gestern auf die statistische Eingliederung von Beziehern der Mindestsicherung, die es in dieser Form erst seit einem Jahr gibt, zurück.
Kritik an Mindestsicherung
In der Steiermark beziehen 8615 Menschen die finanzielle Hilfe. Viele Betroffene bekommen jetzt aber weniger Geld als zuvor via Sozialhilfe, kritisiert Martin Schenk von der Armutskonferenz. Sozialreferent Siegfried Schrittwieser (SPÖ) kündigt an, gegen Härtefälle vorzugehen und Regelungen zu adaptieren.















