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Zuletzt aktualisiert: 23.08.2011 um 20:08 UhrKommentare

Französische Staatsbahn SNCF steigt bei Westbahn ein

Auf der Strecke zwischen Wien und Salzburg bekommt die ÖBB ab Dezember Konkurrenz von der Westbahn. Neben Hans-Peter Haselsteiner ist nun auch die französische Staatsbahn SNCF mit 26 Prozent bei dem Unternehmen eingestiegen.

Foto © Reuters

Auf der Westbahnstrecke bahnt sich ganz im Gegensatz zu anderen Destinationen einiges an: Die französische Staatsbahn SNCF ist nun mit 26 Prozent bei der Westbahn eingestiegen. Damit machen die Franzosen den staatlichen österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) auf der Paradestrecke zwischen Wien und Salzburg Konkurrenz. Das Westbahn-Betreiberunternehmen Rail Holding AG steht damit nun zu je 26 Prozent im Eigentum des Strabag-Chefs Hans-Peter Haselsteiner, des früheren ÖBB-Managers Stefan Wehinger sowie der SNCF. 22 Prozent hält die Schweizer Augusta-Holding.

Expansion offen

Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Die Gesamtinvestition in das Eisenbahnprojekt liegt bei ca. 130 Millionen Euro. Die Westbahn will ab dem heurigen Dezember auf der vierspurig ausgebauten Strecke Wien-Salzburg den Betrieb aufnehmen. Eine Expansion des Westbahn-Betriebs auf weitere Strecken in Österreich und Osteuropa wird geprüft, hieß es gestern.

Westbahn-Manager Stefan Wehinger zeigte sich in einer ersten Reaktion zum gestern endgültig vollzogenen Einstieg der französischen Staatsbahn SNCF bei der Westbahn "sehr zufrieden". Mit der SNCF habe die Westbahn nun einen starken Partner: "Wir sind damit stärker geworden", betonte Wehinger. Die Finanzierung der Westbahn sei aber schon vor dem Einstieg der Franzosen gesichert gewesen: "Alles ist auf Schiene".

Salzburg nicht Ende der Welt

Der Einstieg der SNCF stehe eher unter dem Motto "Kriegskasse", meinte Wehinger: "Die Welt hört in Salzburg nicht auf, in beiden Richtungen nicht". Die Strecke Wien-Paris wolle die Westbahn aber nicht fahren. "Das ist keine Option, da wäre man mit dem Flugzeug besser bedient". Wie viel Geld die Franzosen für den Einstieg am österreichischen Bahnmarkt auf den Tisch legten, wollte Wehinger nicht sagen. Von den vier Partnern des Westbahn-Betreibers Rail Holding AG - SNCF, Haselsteiner, Augusta Holding, Wehinger - ist alleine Wehinger operativ tätig.

Auch die Franzosen wollen offenbar nicht ins Westbahn-Management: Neben ihm sei kein zweiter Geschäftsführer geplant, versicherte Wehinger. Für den Baulöwen Haselsteiner ist die Beteiligung ein Finanzinvestment, für die Franzosen eine strategische Beteiligung. Die Schweizer Augusta-Holding gilt als Finanzinvestor.


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