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Zuletzt aktualisiert: 17.08.2011 um 12:31 UhrKommentare

TA: Halbjahresergebnis bricht massiv ein

Die Telekom Austria hat derzeit nicht nur mit der Affäre rund um mögliche Kursmanipulationen zu kämpfen. Im ersten Halbjahr 2011 ist das Ergebnis um rund 86 Prozent eingebrochen. Hauptgrund: Währungsabwertungen in Weißrussland.

Foto © Fuchs

Die Zeit der fetten Jahre ist bei der Telekom Austria endgültig vorbei. Der teilstaatliche börsenotierte Marktführer musste im 1. Halbjahr 2011 einen Ergebniseinbruch hinnehmen und den Ausblick für das Gesamtjahr leicht abschwächen. Die Dividende bleibt aber bei den angekündigten 0,76 Euro je Aktie.

Neben den Wechselkursschwankungen bei der weißrussischen Telekomtochter Velcom und den Margenrückgängen durch strengere Regulierungsauflagen machte der Telekom einmal mehr der Personalabbau zu schaffen. 219 Mio. Euro wurden dafür in den ersten sechs Monaten aufgewendet.

Das Betriebsergebnis (Ebit) der Telekom Austria Group gab von Jänner bis Juli um 85,8 Prozent auf 42,7 Mio. Euro nach. Das bereinigte Ebitda lag bei 777,6 Mio. Euro, ein Minus von 7,8 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr des Vorjahres. Das Nettoergebnis drehte im ersten Halbjahr von plus 159,9 Mio. Euro auf minus 59,2 Mio. Euro. Der Umsatz ging um 2,9 Prozent auf 2,227 Mrd. Euro zurück.

Der Umsatz soll im Gesamtjahr bei 4,5 Mrd. Euro liegen, bei der Präsentation der Zahlen für das 1. Quartal wurden noch 4,6 Mrd. Euro angepeilt. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll nun bei 1,55 statt 1,6 Mrd. Euro liegen. An der Mindestdividende von 0,76 Euro werde jedenfalls nicht gerüttelt. Wobei sich die Schuldenlast des teilstaatlichen Konzerns seit Jahresende 2010 um 7,5 Prozent erhöht hat. Die Nettoverschuldung liegt nun bei 3,55 Mrd. Euro. An die Substanz gehe die Dividendenausschüttung nicht, versicherte Finanzvorstand Hans Tschuden.

Im zweiten Quartal 2011 ist es bei der Telekom im Jahresvergleich ebenfalls durchwachsen gelaufen. Das Betriebsergebnis war mit minus 36,7 Prozent auf 85 Mio. Euro weiterhin kräftig eingetrübt. Ausgeweitet wurde das Minus beim Umsatzerlös, dieser hatte im zweiten Quartal um 5,1 Prozent auf 1,109 Mrd. Euro nachgegeben. Der Gewinn je Aktie brach um 70,1 Prozent auf 0,05 Euro ein. Der Mitarbeiterstand der Telekom Austria Group, also mit den Töchtern in Südosteuropa, stieg um drei Prozent auf 17.032 Personen.

Ametsreiter fasste am Mittwoch die Zahlen so zusammen: "Operativ erfolgreich in schwierigem Umfeld". Er verwies auf die "starke Ertragslage in Slowenien, Serbien und Mazedonien". In Österreich konnte "nach dem Turnaround im Festnetz der Zuwachs der Anschlüsse weiter fortgesetzt werden". Der Relaunch der Marke A1, die seit dem Frühjahr für das fusionierte Österreich-Geschäft der Telekom Austria Group steht, "zeigte auch am Markt Erfolg", betonte Ametsreiter.

Das erste Halbjahr 2011 war für die Telekom Austria Group auch in Österreich ein schwieriges. Die Erlöse fielen um 4,5 Prozent geringer aus, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um 9,8 Prozent zurück. Demgegenüber steht ein Kundenzuwachs von 4,2 Prozent auf nunmehr fast 5,2 Millionen Kunden. Auch bei den Festnetzanschlüssen konnte die Telekom zulegen. "Die Schallmauer von einer Million Kunden, die im Festnetz Kombi-Produkte in Anspruch nehmen, wurde im Juli 2011 durchbrochen", freut sich der Konzern.

Die Telekom hat im 1. Halbjahr 219 Mio. Euro für Restrukturierungsmaßnahmen, sprich für den Personalabbau in Österreich, aufgewendet. Von Jänner bis Juli wurden 647 Mitarbeiter abgebaut, 577 davon durch Sozialpläne. 70 Mitarbeiter wechselten zum Bund, zum Beispiel in den Verwaltungsdienst der Polizei. Insgesamt sind für heuer 250 Mio. Euro für Sozialpläne vorgesehen. Derzeit sitzen 694 Mitarbeiter in der Servicecom, wo sie ohne Tätigkeit "zwischengeparkt" sind.

Sorgenkind im Konzern ist die Tochter Velcom in Weißrussland. Nicht nur, dass die Umstände des Kaufs der Velcom im Zuge der Kursaffäre wieder hochkochen und die EU die Menschenrechtslage in dem autoritär regierten Land heftig kritisiert, drückt auch die Abwertung der Landeswährung auf das Ergebnis der Telekom Austria Group. "Dank der eingeleiteten Gegenmaßnahmen - namentlich Preiserhöhungen und Investitionskürzungen - war Velcom in Landeswährung gerechnet wirtschaftlich erfolgreich. So stieg der Umsatz in Rubel um mehr als 26,2 Prozent, der durchschnittliche Umsatz je Kunde um 14,3 Prozent und das bereinigte Ebitda wuchs um 21,3 Prozent", rechnete die Telekom in einer Aussendung vor. Die weißrussische Telekom-Tochter Velcom erwirtschaftet 7 Prozent des Konzernumsatzes.


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