Pensionskassen fehlen 15 Milliarden Euro
Für den Zeitraum 2000 bis 2010 könnte es zu Kürzungen der Auszahlungen bis zu 45 Prozent, also fast die Hälfte der ursprünglichen Summe, kommen. Der Rückschlag an Börsen kostet allein heuer 500 Millionen Euro.

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Ist da jemand, der bereit ist, 15 Milliarden Euro auf den Tisch zu legen? Mit dieser Summe könnten Fehlbeträge in den betrieblichen Pensionskassen ausgeglichen werden. Aber es werden sich wohl keine Arbeitgeber melden, befürchtet der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten (pekabe). Daher könnte es für den Zeitraum 2000 bis 2010 zu Kürzungen der Auszahlungen bis zu 45 Prozent, also fast die Hälfte der ursprünglichen Summe, kommen.
Totalreform gefordert
Die Renditeziele der Pensionskassen waren "total unrealistisch", kritisiert Max Ablasser vom Schutzverband. Er fordert eine Totalreform der betrieblichen Pensionskassen oder eine freiwillige Auszahlung der Beträge, um so "das Restkapital zu retten". Die Talfahrt an den Börsen 2008/09 und die Turbulenzen im heurigen Jahr schlagen negativ auf die Veranlagungen durch, die auch auf dem Kapitalmarkt investiert werden. Der bisherige Einbruch heuer an den Börsen etwa kostet 500 Millionen Euro an Kapital. Um die Ausfälle auszugleichen, müssten die Arbeitgeber 15 Milliarden Euro zuschießen, sagt Ablasser. Keine Chance, heißt es in der Wirtschaftskammer. Mit Anfang 2011 waren rund zehn Milliarden Euro veranlagt.
Statt der nötigen sechs bis acht Prozent jährlicher Verzinsung, rechnet Ablasser vor, hätten die Kassen zwischen 2000 und 2010 nur 2,5 Prozent erzielt. Derzeit haben rund 800.000 Pensionisten Anspruch auf eine Zahlung aus der Pensionskassa, etwa 300.000 davon verfügen über einen "Hochzinsvertrag" mit einem Rechnungszins von mehr als 3,5 Prozent jährlich. In Österreich sind derzeit sechs überbetriebliche und elf betriebliche Pensionskassen registriert. Seit zweieinhalb Jahren arbeitet man im Finanzministerium an einer Reform.
"Panikmache"
Noch ohne Ergebnisse, sagt Ablasser. Arbeiterkammer und Gewerkschaft würden Reformvorschläge blockieren. Dazu mahnt der Seniorenrat "dringende politische Entscheidungen und eine Totalreform" zur Rettung der zweiten Säule der Altersversorgung ein. Eine Panikmache, die sachlich nicht zu rechtfertigen sei, ortet indes Andreas Zakostelsky, Chef des Fachverbands der Pensionskassen. Die langjährige Rendite liege bei rund sechs Prozent im Jahr.














