Ölpreis wieder auf Talfahrt
Rezessionsängste und Kursverluste an Börsen drücken den Ölpreis. An den Zapfsäulen tut sich aber noch wenig, kritisieren Autofahrerclubs.

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Die Turbulenzen an den internationalen Aktienmärkten und die Sorgen um die Schuldenkrisen und Rezessionsängste sorgten auch gestern für sinkende Ölpreise. Laut den Experten der deutschen Commerzbank etwa wird nun entscheidend sein, wie die Opec auf den Preissturz reagiert. Mittlerweile hätten die Preise nämlich ein Niveau erreicht, welches für einige Ölproduzenten kritisch werden könnte, um ihre Staatsausgaben zu finanzieren.
Von der anhaltenden Talfahrt der Ölpreise ist an den heimischen Zapfsäulen allerdings noch wenig zu spüren, kritisieren die Autofahrerclubs. Der Preis pro Barrel Opec-Öl in Euro sei seit Anfang August um rund neun Prozent zurückgegangen. Die Spritpreise hätten erst Anfang dieser Woche etwas nachgegeben. Die täglichen ÖAMTC-Erhebungen zeigten einen Rückgang um 1,5 Cent seit Anfang August. "Das kann aber noch nicht alles gewesen sein", so ÖAMTC-Experte Martin Grasslober.
In den USA ist der Ölpreis gestern um gut einen Dollar auf 80,72 Dollar pro Fass (159 Liter) gefallen. Die für den Markt wichtige Nordseesorte Brent ist gar um drei Dollar auf unter 100 Dollar gefallen. Am Freitag hatte ein Fass noch rund 108 Dollar gekostet.
Russland unter Druck
Die Ölpreis-Talfahrt setzt nun auch Russland stark unter Druck. Dem weltweit größten Rohstoffproduzenten drohen Einschnitte in Milliardenhöhe. Öl und Gas machen über 80 Prozent der russischen Exporte aus, nach einem sehr guten ersten Halbjahr droht Russland ein kräftiger Rückfall.
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat angesichts der wachsenden Sorge um eine Abschwächung der Konjunktur erneut ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage gesenkt. Für 2011 geht man jetzt nur noch von einem Anstieg des Ölbedarfs um durchschnittlich 1,2 Millionen auf 88,14 Millionen Fass täglich aus.
Vor Norwegen wurden indes neue Öl- und Gasvorkommen entdeckt. Die norwegische Statoil und die schwedische Lundin Oil meldeten den Fund eines bis zu 400 Millionen Barrel-Öl-Äquivalent (BOE) großen Vorkommens vor der Westküste Norwegens in der Nähe von Stavanger.














