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Zuletzt aktualisiert: 01.06.2011 um 21:49 UhrKommentare

Raiffeisen schafft Job für Josef Pröll

Der frühere ÖVP-Chef und Vizekanzler geht wie erwartet zum Raiffeisen-Konzern: Er wird Vorstandschef bei Europas größtem Mühlenkonzern und übernimmt damit eine Spitzenfunktion im Raiffeisen-Reich.

Pröll mit Raiffeisen-Generalanwalt Konrad

Foto © APAPröll mit Raiffeisen-Generalanwalt Konrad

Der niederösterreichische Agrarökonom Josef Pröll startet nun nach seiner politischen Laufbahn in der ÖVP eine neue Karriere in der Privatwirtschaft und übernimmt eine Spitzenfunktion im Raiffeisen-Reich.

Neuer Chefposten

In der Tochterfirma Leipnik-Lundenburger (LLI) wurde für Pröll nun eigens ein neuer Chefposten geschaffen - die beiden bisherigen Vorstände bleiben, um Pröll zu "unterstützen". Der neue LLI-Vorstand Pröll hat die Order, "den Ausbau der bestehenden Geschäftsfelder im Hinblick auf die Vertiefung der Wertschöpfungskette zu forcieren", teilte die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien in einer Aussendung mit.

Haupteigentümer der LLI sind die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H. (50,05 Prozent) sowie die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (33,06 Prozent). Sitz der Holding ist Wien. Als Aufsichtsratschef der LLI agiert Raiffeisenverband-Generalanwalt Christian Konrad, sein Stellvertreter ist der Generaldirektor der Raiffeisen Zentralbank (RZB), Walter Rothensteiner.

Karriere-Start 1993

Josef Pröll, Neffe des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll (ÖVP), begann seine berufliche Laufbahn als Referent in der Niederösterreichischen Landes-Landwirtschaftskammer (1993-1998). Nach mehreren Stationen im Bauernbund war Pröll von 2000 bis 2001 Kabinettschef beim damaligen Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer (ÖVP). Von dort wechselte er 2001 als Direktor in den Österreichischen Bauernbund. Von 2003 bis 2008 war er Landwirtschafts- und Umweltminister und von 2008 bis April 2011 Finanzminister und Vizekanzler.

Die LLI erzielte im Geschäftsjahr 2009/10 einen Konzern-Jahresumsatz von knapp 900 Millionen Euro. Als Beteiligungsholding ist sie in den Segmenten Mehl und Mühle (LLI Euromills GmbH ) sowie mit der cafe+co International Holding GmbH tätig. Die LLI Euromills ist die größte Mühlengruppe Europas mit 31 Standorten in sieben Ländern. cafe+co bietet Automatencatering für Heißgetränke und Verpflegung. Weiters hält die LLI Beteiligungen an der BayWa, der Agrana Beteiligungs-AG, der Südzucker sowie an den Casinos Austria.


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