Voestalpine zieht es nach Übersee
Die Voestalpine will künftig verstärkt in Übersee investieren. Zukäufe und neue Werke sollen den außereuropäischen Umsatz des Konzernes von 25 auf 40 Prozent erhöhen.

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Die Voestalpine will in den nächsten Jahren vom Boom in den Überseemärkten profitieren und massiv investieren. Der außereuropäische Umsatzanteil soll von derzeit 25 auf 40 Prozent 2015 steigen. Für 2010/11 wird ein Konzernumsatz von gut zehn Milliarden Euro erwartet.
Konkret plant der Konzern in den Sparten Bahnsysteme und Profilform Werksneubauten oder Unternehmenskäufe in Südostasien, Nord- und Südamerika. Ähnliche Pläne äußerte Voest-Chef Wolfgang Eder auch für die Edelstahlsparte. Danach kommt das auf Eis gelegte neue Stahlwerk am Schwarzen Meer wieder auf die Agenda. Die Grundsatzentscheidung, ob es in der Ukraine, in Rumänien, Bulgarien oder in der Türkei gebaut wird, falle in drei Jahren. Bis dahin habe sich auch der technologische Horizont erweitert.
Wie viel Geld der Konzern für die Expansion in die Hand nehmen wird, verrät Eder nicht. Die Verschuldung sinke in den kommenden Jahren jedenfalls deutlich. Nach der Krise verdient die Voestalpine wieder sehr gut. Konkrete Ergebniszahlen für das Geschäftsjahr 2010/11 liefert der Konzern Ende Mai.
Die Zukunft der Stahlproduzenten in Europa malt Eder schwarz: "Nur noch ein Drittel der Stahlindustrie ist in europäischer Hand. Es wird vielleicht nicht mehr allzu lange dauern, bis es fast gar keine mehr gibt." Aufgrund der politischen Entwicklungen in Richtung höherer CO2-Reduktionsziele glaube er nicht, dass dieser Prozess noch umkehrbar sei. Der Verlust der Flüssigstahlproduktion, der bei CO2-Reduktionszielen von 30 Prozent oder mehr drohe, könne allein in Österreich 6000 der 19.000 Jobs in diesem Bereich kosten.
Zur Razzia der deutschen Kartellbehörden bei der Voestalpine Klöckner Bahntechnik am Mittwoch gab sich Eder zurückhaltend. "Ein laufendes Verfahren, das bei uns Nachdenklichkeit hervorruft. Wir wissen noch zu wenig im Detail, um Stellung zu nehmen." Gestern kam es zur Hausdurchsuchung in einer zweiten deutschen Voest-Tochter, der TSTG Schienen Technik in Duisburg. CLAUDIA HAASE














