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Zuletzt aktualisiert: 29.04.2011 um 21:01 UhrKommentare

Gewerkschaft greift Bellaflora wegen Sonntagsöffnung an

Der Pflanzenfachmarkt Bellaflora sperrt am 1. Mai, am Tag der Arbeit, auf. "Bei Bellaflora verkommen Blumen jetzt zum Ausdruck der Gier!", wettert Landesvorsitzendender Michael Raunig.

Foto © Fotolia (2)

Das heiß umstrittene Thema Sonntagsöffnung ist wieder um eine Knospe reicher: Weil jetzt gerade Frühling ist, und damit absolute Hochsaison für alle Gartenfreunde zwischen Tulln und Villach, öffnet der in ganz Österreich vertretene Pflanzenfachmarkt Bellaflora seine Türen auch am Sonntag.

Dass es ausgerechnet der 1. Mai, der internationale Tag der Arbeit, sein muss, an dem sich die Vertreter der Grünen-Daumen-Fraktion mit Hortensien, Rosenstöcken und Ähnlichem eindecken, lässt die Diskussion sprießen.

Den Proponenten der Sozialistischen Jungen Generation Kärnten ist ganz und gar nicht daran gelegen, sich am historischen Arbeiterbewegungs-Festtag eine schnittfrische rote Nelke ins Knopfloch zu stecken.

"Bei Bellaflora verkommen Blumen jetzt zum Ausdruck der Gier!", wettert Landesvorsitzendender Michael Raunig. "Hunderttausende Menschen in aller Welt haben jahrzehntelang darum gekämpft, dass der 1. Mai ein Feiertag ist. Viele mussten für ihren Einsatz ins Gefängnis, viele wurden dafür umgebracht." Wenn Bellaflora am 1. Mai die Läden öffne, trete das Unternehmen die Leistungen dieser Menschen mit Füßen, spucke "man ihnen ins Gesicht". Raunig fordert die Gartler gleich auf, Bellaflora zu boykottieren.

Alois Wichtl ist Geschäftsführer von Bellaflora und will sich durch den verbalen Wildwuchs der jungen Sozialisten nicht abhalten lassen: "Unsere Branche gehört zu den Gärtnern und daher dürfen wir an sechs Sonntagen im Jahr aufsperren." Er nütze diese rechtlichen Möglichkeiten ohnehin nur an zwei Sonntagen im Frühjahr, "weil hier absolute Hochsaison herrscht".

Der 17. April sei sensationell gelaufen, so Wichtl. Und vom 1. Mai sei Ähnliches zu erwarten. Ostersonntag und Muttertag wären für uns ohnehin nie ein Thema gewesen. "Mehr Sonntage wollen wir gar nicht. Aber diese zwei nützen wir sehr wohl. Zudem spürt man, dass die Menschen viel entspannter einkaufen als während der Woche."

ELENA MOSER

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