Gebäude sanieren, Verbrauch senken
"Wenn man das Energiethema ernst nimmt, muss der Verbrauch massiv sinken", sagt Markus Bliem, Experte des Instituts für Höhere Studien Kärnten. Der Grund für die fehlenden neuen Energieleitlinien ist laut Fachmann die Parteipolitik.

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Schon im Herbst hat das IHS die Energieleitlinien des Landes zerpflückt: Es wurde festgestellt, dass nur eine von 30 geplanten Maßnahmen zur Erreichung der Klima-Ziele - der Fernwärmeausbau um 50 Prozent - bis 2015 umsetzbar ist. Jetzt, wo alle Parteien nach der Atomkatastrophe in Fukushima aufs Thema aufgesprungen sind, hat Energiereferentin Beate Prettner (SPÖ) für Anfang Mai zu einem Termin aller fünf mit Energiethemen befassten Landesräte geladen. Seit der Ernüchterung im Herbst ist Prettner mit neuen Zielen zwei Mal in der Landesregierung abgeblitzt. Noch dazu tobt nun ein Streit mit Landeschef Gerhard Dörfler (FPK), statt gemeinsam Lösungen zu präsentieren: Er überlegt, alle Energieagenden zu übernehmen.
"Wir müssen zusammen Maßnahmen erarbeiten. Vor allem in der Budget-Erstellung müssen Energie-Schwerpunkte definiert werden", so Prettner. "Bei Gebäudesanierungen und Solarthermie-Anlagen hat Kärnten einen riesigen Aufholbedarf."
Bliem nennt konkret mögliche Wege: Damit Gebäudesanierungen rascher passieren, könne "die Grundsteuer an den energetischen Zustand des Hauses angepasst werden". Auch seien Landesgesetze auf Hinderungsgründe für Sanierungsmaßnahmen zu durchforsten. "Energiespar-Contracting" sei auch eine Chance: Eine Firma saniert ein Gebäude. Der Besitzer zahlt die alten, höheren Energiekosten aber nach Sanierung eine Zeit lang weiter - die Differenz verdient das Sanierungsunternehmen. Dass es bisher noch keine neuen Energieleitlinien gibt, "liegt wohl an der Parteipolitik", sagt Bliem.
Wärmepumpen
Wie Förderungen von Alternativ-Energien den gewünschten Effekt verfehlen, zeigt etwa die Wärmepumpe: Gefördert wird in Kärnten erst ab dem Wirkungsgrad von 400 Prozent. Realistisch ist aber ein Wert von höchstens 350 Prozent, der in Deutschland und anderen Ländern in Österreich zur Förderung angewandt wird: "Den 400-Prozent-Wirkungsgrad getraut sich keine Firma seriös zu gewährleisten. Daher wird oft keine Wärmepumpe installiert", sagt der Obmann der Leistungsgemeinschaft Wärmepumpe Austria, Andreas Bangheri . In Schweden haben 95 Prozent aller Neubauten dieses CO2-freie Heizsystem, das die Umgebungswärme nutzt.
Features
Maßnahmen
Kärnten soll sich laut IHS bis 2015 vor allem auf folgende Maßnahmen konzentrieren.
Der Energieverbrauch von jährlich rund 4277 Gigawattstunden muss zumindest eingefroren werden.
Die Sanierungsrate von Gebäuden soll von einem auf jährlich drei Prozent steigen. Dann müssten jährlich 1,1 Millionen Quadratmeter Bruttogeschoßfläche saniert werden.
Das Energiebewusstsein in der Bevölkerung soll durch die Verdoppelung der Vor-Ort-Beratungen auf 6000 im Jahr steigen.
Die Wasserkraft soll durch Effizienzsteigerungen um zwei Prozent ausgebaut werden (geplant waren sieben Prozent).
Jedes fünfte Gebäude soll eine Solaranlage erhalten (geplant war jedes dritte Gebäude).














