Gewerbe und Handwerk wollen Fachkräfte aus Osten
Mit der Öffnung des Arbeitsmarktes erhoffen sich die heimischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe, dass ausreichend ausgebildete Fachkräfte nach Österreich kommen. Wesentlich sei dabei, dass bei der Berufsanrechnung die Standards stimmen, eine "Nivellierung nach unten" dürfe es nicht geben, so der neue Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handel, Konrad Steindl, am Dienstag bei einem Pressegespräch.
Ab Mai werden auch in Österreich und in Deutschland nach siebenjährigen Übergangsregelungen die Arbeitsmärkte für die Bürger aus den acht osteuropäischen Ländern, die erst 2004 der Union beigetreten sind, geöffnet. Damit können Polen, Ungarn, Tschechen, Slowaken, Slowenen, Esten, Letten und Litauer ohne Einschränkungen, das heißt ohne Ausländerbeschäftigungspapiere, in Österreich arbeiten.
Die rund 50.000 österreichischen Gewerbebetriebe suchen dringend Facharbeiter. Rund ein Viertel der Unternehmen haben Probleme, qualifiziertes Personal zu bekommen, sagte der Chef der KMU Forschung Austria, Walter Bornett. Vor allem bei Betrieben mit zehn bis 15 Mitarbeitern sei der Bedarf am größten. Hochqualifizierte Fachkräfte müsse man daher mit offenen Armen aufnehmen, alles, was in Richtung Abschottung gehe, sei kontraproduktiv.
Vor allem in den Grenzregionen erwarten die Gewerbebetriebe aber steigenden Wettbewerbsdruck durch die Ostöffnung. Diese Regionen müssen "jetzt eindeutig geschützt werden", so Spartenobmann Steindl. Gefordert wird daher eine Verlängerung der Schwellenwerte-Verordnung. Damit können öffentliche Aufträge ohne Ausschreibung bis zu einem Schwellenwert von 100.000 statt wie bisher 40.000 Euro vergeben werden. Darüber hinaus wird der Schwellenwert für das sogenannte "nicht offene Verfahren ohne Bekanntmachung" bei Bauaufträgen von 120.000 Euro auf eine Million Euro erhöht.














