Grüne Energie statt Atomkraftwerken
Die Verfechter "Grüner Energien" wittern Morgenluft. Sie hoffen auf ein weltweites Umdenken: Fotovoltaik statt neuer Atomanlagen.

Foto © KLZ/KoscherRobert Kanduth, Geschäftsführer von Greenonetec
Die Welt starrt gebannt auf die Industrienation Japan, wo der atomare Super-GAU eingetreten ist. So furchtbar die Katastrophe ist, sie könnte Anstoß zum Umdenken geben. Die in weiten Teilen Europas von den Regierungen sträflich vernachlässigten Alternativenergien könnten aufleben.
Auf ein Umdenken hofft auch Robert Kanduth, Geschäftsführer der Solarfirma Green- OneTec in St. Veit. "In Deutschland hat man in den letzten Jahren massiv versucht, die Fotovoltaik zugunsten der Atomkraft zu unterdrücken", so Kanduth und nennt als Beispiel die stetige Senkung der Einspeistarife. "In den letzten beiden Jahren ist der Markt um jeweils 30 Prozent eingebrochen, weil nur noch Atomenergie forciert worden ist", beklagt er. Dass jetzt sieben ältere deutsche "Atomschuppen" vom Netz genommen worden sind, seien erste Signale einer Umorientierung.
In Österreich sei die Situation, so Kanduth, um keinen Deut besser. Vier oberösterreichische Erzeuger von Fotovoltaik- und Solaranlagen seien in den letzten Monaten pleitegegangen. "Der Endkunde bekommt 17 Cent pro Kilowatt Einspeistarif, da ist keiner interessiert, Fotovoltaikanlagen zu errichten." Die Förderung betrage dafür in Österreich jährlich zwei Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Atomforschung sei Österreich 18 Millionen wert. "Wir wollen keine Förderung, man soll uns nur die Mehrwertsteuer erlassen", schlägt Kanduth der Regierung vor, "wenn keine Fotovoltaikanlagen gebaut werden, bekommt der Staat auch keine Mehrwertsteuer."
In Kinderschuhen
Die aktuellen Ereignisse in Japan sollten auch der Windkraft neuen Rückenwind verleihen. "So schlimm die Katastrophe ist, aber sie wird zu wichtigen Diskussionen führen und das ist gut so", sagt der Geschäftsführer von Alpswind, Jürgen Jesenko. Alpswind plant bekanntlich den viel diskutierten Windpark auf der Petzen. Man könne die Märkte nicht über einen Kamm scheren. Windenergie sei eine Option für Europa, Amerika und vor allem China, in hoch industrialisierten Märkten wie Japan sei die Möglichkeit beschränkt. Für Offshore-Windparks in großen Tiefen, wie vor der Küste Japans, stecke die Technologie noch in den Kinderschuhen. "Schwimmende Windkraftanlagen sind erst in etwa zehn Jahren realisierbar", so Jesenko. Er hofft, dass sich Europa nun zu Energiestrategien durchringen wird.
Wirtschaftsmission
Noch lange bevor die Katastrophe in Japan ausgebrochen ist, hat die Außenwirtschaft der Wirtschaftskammer zu einer Wirtschaftsmission über erneuerbare Energie nach Japan, Ende Mai, eingeladen. Auch Kärntner Firmen wollten sich anschließen. Noch ist offen, ob sie, wie geplant, durchgeführt werden kann. "Schon vor der Katastrophe wollte Japan 250 Millionen Euro in alternative Energien stecken", erklärt der Leiter der Außenwirtschaft, Meinrad Höfferer. Kärnten habe mit seinem Know-how gute Chancen.
Kärnten importiert technologisch hochwertige Waren im Wert von 67 Millionen Euro aus Japan, darunter Siliziumscheiben für die Hightech-Industrie. Engpässe gebe es derzeit, laut Höfferer, keine. Bei Infineon werden sechs Prozent des Umsatzes in Japan erwirtschaftet. Den hundert Infineon-Mitarbeitern, die in Tokio beschäftigt sind, wurde angeboten, in den Süden des Landes zu gehen, wo Infineon zwei Standorte hat. Produziert wird in Japan jedoch nicht.
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Kommentar
Japan wichtiges Importland für Kärnten
13.000 Green Jobs gibt es derzeit in Kärnten
Kärnten exportiert nach Japan Waren im Wert von 14 Millionen Euro (Exportland 25. Stelle)
Die Importe von Japan nach Kärnten betragen 67 Millionen Euro (zehntwichtigstes Importland für Kärnten)
Kärntner Industriebetriebe beziehen aus Japan vor allem hoch spezialisierte Bauteile für die Elektro- und Elektronikindustrie, beispielsweise kommen sechs von zehn Siliciumscheiben für die Halbleiterproduktion aus Japan
Die Holzwirtschaft in Kärnten exportiert nach Japan vor allem Schnittholz














