Autofahren ist so teuer wie noch nie
Der Preis für Superbenzin überschritt am Mittwoch die magische Grenze von 1,50 Euro pro Liter. Diesel erreichte Höchstpreise von 1,499 Euro je Liter. Wirtschaftsminister Mitterlehner lädt nun zu einem "Spritpreisgipfel".

Foto © Paul Binet - Fotolia.com
Ein Liter Benzin um über 20 Schilling - vor einigen Jahren war das noch ein unvorstellbarer Betrag, nun ist er Realität. Heute überschritt der Zapfsäulenpreis für Superbenzin an manchen Tankstellen die magische Grenze von 1,50 Euro, berichtet der ÖAMTC. Mit Diesel-Höchstpreisen von 1,499 Euro je Liter wird auch beim Selbstzünder-Treibstoff an der 1,50 Euro-Marke gerüttelt. "Diverse Premiumsorten kosten sogar schon über 1,60 Euro pro Liter. Und das, obwohl die Ölpreise heute wieder erstmals seit Wochen leichte Abwärtstendenzen erkennen lassen", ärgert sich ÖAMTC-Expertin Elisabeth Brandau.
Mitterlehner lädt zu Gipfel
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) lädt angesichts von Rekord-Spritpreisen Vertreter von Mineralölindustrie, Tankstellen und Autofahrerclubs zu einem "Spritpreisgipfel". "Ich will mich aus erster Hand über die Lage informieren und mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation diskutieren", so der Minister am Mittwoch in einer Aussendung. Eine Einmischung in die Preisbildung schloss er aber mit dem Hinweis auf "entsprechende gesetzliche Regelungen" aus. In der Vergangenheit brachten derartige Gipfel zwar keine Preissenkungen, es wurden aber Verbesserungen bei der Preistransparenz erzielt.
Ein Termin für den Gipfel wurde vorerst nicht genannt. Unter den Eingeladenen scheint die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), die sich in der Vergangenheit kritisch zur Preisbildung der Ölindustrie geäußert hat, nicht auf.
Auch FPÖ-Chef Heinz Christian Strache forderte heute in einer Aussendung, dass der Staat in den Markt eingreifen soll. Er stellt sich eine Halbierung der Mineralölsteuer (MöSt) oder eine Preisobergrenze vor. Beides würde allerdings auch die Österreicher treffen - entweder durch den Ausfall der Einnahmen aus der MöSt oder die geringeren Einnahmen der OMV, die den Bürgern noch zu knapp einem Drittel gehört. "So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Der explodierende Ölpreis würgt die Konjunktur ab, kostet Arbeitsplätze, heizt die Inflation an und zieht den Menschen damit nicht nur an der Zapfsäule das Geld aus der Tasche", meint Strache.
BZÖ-Boss Josef Bucher spielte heute angesichts der hohen Spritpreise die libysche Karte: "Mit ihrem Vorpreschen beim Wunsch nach Sanktionen gegen Libyen zeigen die Grünen, dass ihnen jedes Mittel recht ist, um den Ölpreis in die Höhe zu treiben! Wenn sich die OMV zurückzieht, steigen nicht nur die Spritpreise, sondern auch die Heizkosten und indirekt auch die Lebensmittelpreise - das ist grüner Wahnsinn", kritisiert Bucher. In Libyen lässt Staatschef Muammar al-Gaddafi nach Medienberichten Städte bombardieren, in denen sich die Menschen gegen den Diktator aufgelehnt haben. In der Vergangenheit hatten Spitzenpolitiker des BZÖ wie der verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider oder der ehemalige Verkehrsminister Hubert Gorbach al-Gaddafi ihre Aufwartung gemacht.
















-Anzeigen