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Zuletzt aktualisiert: 25.02.2011 um 13:07 UhrKommentare

Erste Bank machte 2010 eine Milliarde Euro Gewinn

Die Erste Bank kann auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurückblicken. Mehr als eine Milliarde Euro hat das Geldinstitut vergangenes Jahr verdient. Und das, obwohl Bankensteuern in Österreich und Ungarn das Ergebnis belasten.

Foto © Reuters

Erstmals seit 2004 hat bei der börsenotierten Erste Group im Geschäftsjahr 2010 ein Rückgang der Vorsorgen und Wertberichtigungen auf faule Kredite eingesetzt. In ihren Tochterbanken in Rumänien und in Ungarn erwartet die Bank aber auch 2011 höhere Kreditrisikokosten. Konzernweit - also auf Gruppenebene - werden vom Vorstand "sukzessiv sinkende" Risikodotierungen prognostiziert, die 2010 noch über 2 Mrd. Euro lagen. Im Ausblick für 2011 ist von einem anhaltend robusten Betriebsergebnis die Rede.

Im 4. Quartal 2010 stellte die Bank 442 Mio. Euro für faule Kredite ein, nach 504 Millionen im Vorquartal und mehr als 600 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Der Anteil notleidender Kredite stieg im Gesamtjahr 2010 weiterhin von 6,6 auf 7,6 Prozent aller Kundenkredite.

Für das Geschäftsjahr 2010 meldete die Erste Group am Freitag ein Rekord-Betriebsergebnis von 3,99 Mrd. Euro. Das war ein Plus von 5,7 Prozent. Im 4. Quartal war das Betriebsergebnis allerdings im Vergleich zum Vormonat rückläufig. Damit lag die Bank unter den Analystenerwartungen.

Weil die Betriebserträge stiegen, die Aufwendungen aber nicht, verbesserte sich 2010 die Kosten-Ertrags-Relation von 50,2 auf 48,9 Prozent. Ein 3,7-prozentiges Plus im Zinsüberschuss machte einen 22-prozentigen Rückgang im Handelsergebnis wett, teilte die Bank mit.

Im Gesamtjahr wuchs der Nettogewinn (Jahresüberschuss nach Steuern und Minderheiten) nach IFRS um 12,4 Prozent von 903,4 Mio. Euro auf 1,015 Mrd. Euro. Erste-Chef Andreas Treichl sprach vom höchsten Nettogewinn seit 2007. Erstmals für die Darstellung 2010 wurden Buchungen gegen das Eigenkapital in einer gesonderten Gesamt-Ergebnisberechnung dargestellt, demnach sank der Gewinn 2010 um 3,1 Prozent.

Der Cash-Gewinn je Aktie lag 2010 mit 2,54 Euro (ausgewiesener Wert: 2,33 Euro) unter dem von 2009 (2,57; ausgewiesener Wert: 2,37). Hier wirkte sich der Bank zufolge die stärkere Kapitalbasis aus.

Die Bilanzsumme stieg im abgelaufenen Jahr um 2,1 Prozent auf 205,9 Mrd. Euro. Zum Ultimo beschäftigte die Gruppe 50.272 Leute (minus 0,4 Prozent).

Das Eigenkapital war Ende 2010 mit 13,6 Mrd. Euro um fast 7 Prozent über Vorjahr. Die Kapitalquote (Tier 1-Quote, bezogen auf das Gesamtrisiko) wurde heute mit 10,2 (Ende 2009: 9,2) Prozent beziffert. Die enger definierte Core Tier 1-Quote (bezogen auf das Gesamtrisiko) habe sich von 8,3 auf 9,2 Prozent verbessert. Die Kapitalbasis ist laut Vorstandschef Andreas Treichl dem Geschäftsmodell entsprechend mehr als ausreichend.

Belastend wirkten 2010 unter anderem folgende Positionen: Die vor allem wegen der Ungarn-Bankensteuer von 24,8 auf 72 Mio. Euro gestiegenen sonstigen Steuern und auf 52 Mio. Euro fast verdoppelte Firmenwertabschreibungen für kleinere Beteiligungen, davon rund 21 Mio. Euro Sparkassen im Haftungsverbund. Auch belasteten "Bewertungsvorsorgen" für EDV-Projekte, tschechische und slowakische Immos, für das Leasingportfolio der rumänischen BCR sowie Rückstellungen für Rechtsfälle in Summe mit 91,5 Mio. Euro.

Die Ukraine-Tochterbank hat ihren Verlust 2010 auf 37,5 Mio. Euro halbiert, dafür ist die Ungarn-Bank in die Verlustzone gekommen. In Ungarn belasteten wegen der schlechten Wirtschaftslage um mehr als 40 Prozent höhere Kreditrisikovorsorgen und die dortige Bankensteuer die Bilanz. In Rumänien musste wieder viel für Kredite rückgestellt werden, auch gab es Abwertungen im Leasing. Der Nettogewinn brach dort von 73,5 auf 8,5 Mio. Euro ein.

Die Erste Bank Österreich hat den Nettogewinn um fast 30 Prozent auf 167 Mio. Euro gesteigert. Die tschechische Sporitelna brachte in der Erste-Bilanz ein Gewinnplus von fast 10 Prozent auf 379 Mio. Euro, die slowakische SLSP hat den Gewinn auf 136,5 Mio. Euro sogar verfünffacht. Die Serbien-Tochter brachte noch einen kleinen Überschuss von 1 Mio. Euro zustande.

Staatshilfe zurückzahlen

Die börsenotierte Erste Group, die in der Krise vor zwei Jahren als erste österreichische Bank Staatshilfe erhalten hat, will dieses Geld heuer noch zurückzahlen. Konzernchef Andreas Treichl bevorzugt die Tilgung der gesamten Summe von 1,2 Mrd. Euro Partizipationskapital auf einen Schlag.

Seit voriger Woche ist die Bank über die Rückzahlungsmodalitäten mit der Republik einig. Unter anderem darf das gleichzeitig gezeichnete private PS-Kapital bis zum Laufzeitende weiter laufen.

Über den genauen Rückzahlungszeitraum dürfte die Bank nach dem ersten Quartal berichten. Bei der Bilanz-Pressekonferenz am Freitag deutete der Vorstand an, dass es sinnvollerweise noch im ersten Halbjahr sein könnte, da man sich dadurch die Hälfte des Jahreszinssatzes ersparen würde.


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