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Zuletzt aktualisiert: 21.02.2011 um 21:47 UhrKommentare

"Internationalität schon in den Schulen forcieren"

Peter Gauper, Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Kärnten, drängt auf noch mehr Öffnung von Land und Unternehmen.

RLB-Vorstand Gauper: Müssen mit Förderung in den Schulen beginnen

Foto © EggenbergerRLB-Vorstand Gauper: Müssen mit Förderung in den Schulen beginnen

Wie schlägt der Puls der Wirtschaft derzeit in Kärnten?

PETER GAUPER: Die Konjunktursignale stehen auf Grün. Die Stimmung unter den Unternehmern in Kärnten ist spürbar besser. Die Auftragslage ist ansteigend, Haupttreiber ist der Export.

Welche Branchen sind die Wachstums-Zugpferde?

GAUPER: Die exportorientierten Branchen profitieren und erreichen schon wieder das Niveau vor der Krise. Branchen wie Bau und teilweise der Maschinenbau sind aber nach wie vor in einer schwierigen Lage, weil die Investitionsneigung noch gering ist.

Welche Märkte haben Kärntner Firmen jetzt besonders im Fokus?

GAUPER: Vor allem Asien sowie Osteuropa, das sich langsam erholt. Wir haben etliche Unternehmen, die sehr dynamisch und offen als Pioniere agieren und auch auf ferne Märkte gehen.

Kann die Tourismusbranche heuer ihren Nächtigungseinbruch des Jahres 2010 wegstecken?

GAUPER: Im Tourismus spüren wir nach wie vor Investitions-Zurückhaltung, obwohl wir Investitionsbedarf sehen, vor allem für Qualitätstourismus. In Kärnten ist man auf dem Weg, eine Strategie für den Tourismus zu finden, aber noch nicht am Punkt.

Weil der Slogan "Lust am Leben" allein noch keine Strategie ist?

GAUPER: Die Richtung ist in Ordnung. Kärnten kann sich nur als Qualitätsanbieter und Outdoor-Paradies positionieren.

Was sagen Sie zum neuen Leitbild für Kärnten, das Wirtschafts-Landesrat Martinz erstellen ließ?

GAUPER: Ich halte es in den Kernpunkten für unterstützungswürdig. Die Herausforderung ist der Weg dorthin. Ich habe den Eindruck, dass im letzten Jahr das Bewusstsein für Kursänderung und nachhaltiges Wirtschaften in Kärnten vonseiten aller Verantwortungsträger gestiegen ist.

Die dringendsten Schritte?

GAUPER: Die Konsolidierung des Landsbudgets steht weiterhin an erster Stelle sowie Investitionen in Nachhaltigkeit, Infrastruktur, Technologie und Bildung.

Nehmen Sie für die Öffnung des Landes genug Signale wahr?

GAUPER: Es ist wesentlich, dass wir Mehrsprachigkeit bereits im Kindergarten fördern. Wir müssen schon in den Schulen Rahmenbedingungen schaffen, um die Internationalität zu forcieren.

Wie stoppt man die Abwanderung junger Leute aus Kärnten?

GAUPER: Der Arbeitsmarkt in Kärnten kann diesen hungrigen Talenten nicht ausreichend Möglichkeiten bieten. Viele haben aber nach einigen Auslandsjahren die Bereitschaft zur Heimkehr wegen der Lebensqualität. Die Jobs dafür können nur die Unternehmen entwickeln. Ich bin optimistisch, je mehr Unternehmen international werden.

Wie bedrohlich ist der Bevölkerungsschwund für Kärnten?

GAUPER: Das ist ein sehr ernstes Thema, das in Randregionen zu Entvölkerung führt und neue Kosten für alle verursacht.

Welches Jahresergebnis 2010 werden Sie für Raiffeisen Kärnten Ihrem Aufsichtsrat vorlegen?

GAUPER: Es wird ein erfreuliches Ergebnis sein. Die Raiffeisen-Landesbank konnte 2010 das Ergebnis von 2009 übertreffen. Auch die Primärebene konnte insgesamt gut abschneiden. Raiffeisen hat in Kärnten 38 Prozent Anteil am Privatkundengeschäft und 57 Prozent der Unternehmen haben eine Bankverbindung mit uns.

Unter den 47 selbstständigen Raiffeisenkassen in Kärnten hat eine akute Sorgen: die RBB Klagenfurt mit dem AvW-Skandal und der Beurlaubung des Direktors. Was passiert?

GAUPER: Das AvW-Verfahren wird sich einige Jahre hinstrecken. Dort gilt es, am Ende die Entscheidungen der Gerichte abzuwarten. Für Fragen zuständig sind die verantwortlichen Gremien der RBB.

A. WINKLER

ZUR PERSON

Peter Gauper ist Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Kärnten.

Zur Raiffeisen-Gruppe gehören RLB und 47 autonome Raikas

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