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Zuletzt aktualisiert: 15.02.2011 um 13:39 UhrKommentare

Krankenkassen erzielten 2010 Gewinn

Die österreichischen Krankenkassen sind alles andere als krank. Im Vorjahr haben alle Kassen zusammen einen Überschuss von 277,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Anfang 2010 hatte man noch mit einem Minus gerechnet.

Foto © APA

Die Krankenkassen haben im Vorjahr einen Überschuss von 277,6 Millionen Euro erzielt. Damit ist das Ergebnis deutlich besser als noch zu Jahresanfang prognostiziert, damals hatte der Hauptverband der Sozialversicherungsträger noch mit einem Defizit von 45 Millionen Euro gerechnet. Auch die neun Gebietskrankenkassen waren 2010 durchwegs im Plus. Schon im Jahr 2009 hatte die Krankenversicherung einen Überschuss von insgesamt 169,2 Millionen Euro erzielt, nachdem in den Jahren davor zum Teil kräftige Defizite erwirtschaftet worden waren.

Deshalb sitzen die Kassen immer noch auf einem riesigen Schuldenberg, auch wenn dieser in den letzten Jahren bereits reduziert werden konnte. Mit Jahresbeginn 2009 hatte das negative Reinvermögen noch fast 1,1 Milliarden Euro betragen, per 31. Jänner 2011 konnte der Schuldenstand auf 620 Millionen Euro verkleinert werden.

Das Gesundheitsministerium macht für diese Entwicklung vor allem das Kassen-Sanierungspaket verantwortlich. Damit haben die Kassen für die Jahre 2010, 2011 und 2012 jeweils 150 Millionen Euro zur Teilentschuldung erhalten. Zudem gab es für das Vorjahr 100 Millionen aus dem Strukturfonds. Um dieses Geld zu bekommen, mussten die Kassen zusätzlich selbst Kostendämpfungen von 214 Millionen erreichen. Diese Finanzziele haben die Kassen nicht nur erfüllt, sondern sogar deutlich übertroffen. Für heuer und für die nächsten drei Jahre wurde der Strukturfonds nur noch mit je 40 Millionen Euro dotiert.

Alle GKK im Plus

Erstmals seit vielen Jahren haben 2010 auch alle neun Gebietskrankenkassen einen Überschuss erwirtschaftet. Am größten ist jener der Wiener mit 59,8 Mio., dahinter folgen die Steirische mit 40,6 Mio., die Kärntner mit 25,7 Mio. und die Oberösterreichische mit 24,3 Millionen. Die Tiroler GKK erzielte ein Plus von 14,3 Mio., die Niederösterreichische von 12,7 Mio., die Salzburger von 10,2 Mio., die Vorarlberger von 5,5 Mio. und die Burgenländische von 4,6 Millionen Euro.

Gesundheitsminister Alois Stöger (S) führt die positive Entwicklung bei den Krankenkassen auf "gute Politik" zurück. Das Plus von knapp 278 Mio. Euro möchte er sowohl für den Schuldenabbau als auch für den Leistungsausbau verwenden, erklärte er am Dienstag vor dem Ministerrat gegenüber Journalisten. Neue Leistungen kann er sich etwa bei der Zahnmedizin und psychosozialen Diensten vorstellen.

"Mein Ziel war es, die Finanzierung der Gebietskrankenkassen zu sichern. Das ist gelungen", meinte Stöger. Ihm geht es darum, dass die Krankenversicherungen eine gute Leistung anbieten. Diese sollen gestärkt und verbessert werden. Ein Teil soll nun für den Schuldenabbau verwendet werden, der andere für neue Leistungen. Wie die Aufteilung genau vorgenommen werden soll, sagte er noch nicht. Neue Leistungen seien jedenfalls in der Zahnmedizin und bei psychosozialen Diensten möglich.


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